- Dabei sind sowohl der Vorraum, in dem der Automat stand, als auch der Schalterraum erheblich beschädigt worden. Im Gegensatz zur ähnlich gelagerten Tat in Kremmen (Oberhavel) am Montag schafften die Täter es gestern Morgen nicht, an das Wertfach im Bankautomaten zu gelangen und flüchteten ohne Beute. Seit Jahresbeginn haben Kriminelle fünf Attacken durch Gasexplosionen an Geldautomaten in Brandenburg verübt.
Um 1.40 Uhr schreckte eine heftige Detonation die Anwohner der Friedersdorfer Sparkassenfiliale aus dem Schlaf. Der Vorraum und die Schalterhalle wurden verwüstet. Nur das Geldfach hatte Stand gehalten. "Zeugen haben dann zwei Täter beobachtet, die in ein dunkles Auto - vermutlich ein Audi - einstiegen und mit hohem Tempo in nördliche Richtung zur A 12 davonfuhren", sagte Polizeisprecher Thomas Wilde. Bis zum Nachmittag sicherte die Kripo, unterstützt von der Tatortgruppe des Landeskriminalamtes (LKA), akribisch Spuren. Das Bankgebäude wurde wegen der schweren Schäden gesperrt und von Baustatikern untersucht.
Vor rund vier Wochen hatte die Polizei eine Ermittlungsgruppe eingesetzt, nachdem am 8. Oktober ein Sparkassenautomat in Mittenwalde in die Luft gejagt worden war. Vermutlich drei Täter waren mit Bargeld in nicht genannter Höhe entkommen. Auch die Gangster in Kremmen hatten am Montag Bares erbeutet, als sie morgens um zwei Uhr den Pavillon der Volksbank am Schlossdamm sprengten. Kriminaltechniker hatten am Tatort eine Gasflasche und Kabel entdeckt. Ermittler vermuten, dass hinter den jüngsten Angriffen eine oder mehrere überregional aktive Tätergruppe steckt. Erkenntnisse gibt es zum Beispiel zu den Überfällen von Basdorf und Mittenwalde. Es gebe erkennbare Parallelen im Vorgehen", sagte der Sprecher des Landeskriminalamtes, Toralf Reinhardt: "Die Täter haben ein Gasgemisch in die Geldautomaten eingeleitet und dann zur Explosion gebracht." Seit 2005 habe es in der Mark elf vergleichbare Taten gegeben.
Auch dem Ostdeutsche Sparkassenverband machen die Angriffe auf Geldautomaten durch "italienische und rumänische Banden" Sorgen. "Wir empfehlen unseren Geldinstituten mit baulichen und technischen Sicherungsmaßnahmen zu reagieren. Ein umfassender Schutz sei aber kaum möglich", sagte Verbandssprecher Wolfram Morales.


