Bus und Bahn

Berliner zahlen ihre BVG-Tickets mit dem Handy

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG haben ein Handy-Ticket eingeführt. Busse und Bahnen können nun bargeldlos mit dem iPhone oder Smartphone genutzt werden.

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Wer in der Stadt Berlin mit Bus, Bahnen und Tram unterwegs ist, kann sein Ticket jetzt überall per Handy lösen.

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Ohne Bargeld in Busse und Bahnen einsteigen und mit dem günstigsten Tarif durch die Stadt fahren. In Berlin ist das jetzt möglich. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bieten gemeinsam mit der Deutschen Bahn und dem Verkehrsbetrieb Potsdam (ViP) erstmals ein „Handyticket“ für alle Nahverkehrsmittel im Berliner Stadtgebiet (Tarifzone AB) und Potsdam an. Schon jetzt können Kunden damit auch bundesweit in den Fernverkehr der Deutschen Bahn (ICE und IC) umsteigen. Eine Ausweitung auf das Berliner Umland (Tarifzone C) und weitere Bahnregionen in Deutschland ist geplant.

Wer den Service unter dem Namen „Touch & Travel“ nutzen will, muss ein iPhone oder ein Smartphone mit dem Betriebssystem Android besitzen. Derzeit arbeiten Bahn und BVG mit den Anbietern Telekom und Vodafone zusammen. Die Verhandlungen mit O2 laufen, weitere Anbieter sollen folgen. Die entsprechenden Handyprogramme, sogenannte Apps, können Kunden kostenlos im App-Store oder im Android Market herunterladen.

Um per Handyticket durch die Stadt zu fahren, müssen sich Nutzer auf der Internetseite www.BVG.de/Handyticket registrieren. Dort erhalten sie eine Kunden- und eine Pin-Nummer. Sie müssen beim ersten Start der App eingegeben werden. Außerdem müssen Fahrgäste an ihrem Handy den Ortungsdienst (Location Based Service) aktivieren. Ist das alles geschafft, funktioniert das System tatsächlich vergleichsweise einfach. Fahrgäste können an einer von mehr als 7000 Haltestellen in Berlin und Potsdam einchecken. Das funktioniert – allerdings nur oberirdisch – per Positionsbestimmung über das Satellitensystem GPS oder durch das Einscannen eines sogenannten QR-Codes – das sind schwarz-weiß-gemusterte Quadrate, die sich an allen Fahrplanaushängen an den Haltestellen finden. Nach der Fahrt gilt das gleiche Verfahren zum auschecken. Kunden, die vergessen, sich abzumelden, werden nach etwa vier Stunden per SMS erinnert. Vorteil für die Kunden: Das System errechnet automatisch den günstigsten Tarif. Fährt ein Kunde mehrere Kurzstrecken (Preis jeweils 1,40 Euro) hintereinander, werden jene zu einem Einzelticket (2,30 Euro) zusammengefasst. Kommen mehr Einzelfahrten zusammen, wird ein Tagesticket (6,30 Euro) berechnet. Bei Ticketkontrollen reicht es, das Handy mit einem automatisch erstellten Code vorzuzeigen. Am Monatsende kommt eine Rechnung.

Für Menschen, die nicht gern überwacht werden, ist das neue Angebot allerdings nichts. BVG und Bahn verfolgen ihre Handyticket-Kunden per Satellitenortung. Alle Bewegungen werden bis zu sechs Monate gespeichert, um auch beim Streit um Rechnungen noch auf die Daten zurückgreifen zu können.