Prenzlauer Berg

Unter der Hochbahn ist bald alles schön

Die Grundsanierung an der Schönhauser Allee soll im Juli beendet sein. Die Mittelpromenade ist der letzte Bauabschnitt. Hungrige laufen zu Konnopkes Imbiss dann über historisch anmutendes Pflaster.

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Oben rauschen die gelben Züge über die frisch lackierten grünen Viadukte. Unten wird geschaufelt, geklopft, geschraubt. Der letzte Akt bei der vor mehr als zwei Jahren begonnenen Grundsanierung der Hochbahn an der Schönhauser Allee läuft. Nach den mächtigen Stahlkonstruktionen, den Bahnhöfen Schönhauser Allee und Eberswalder Straße, den Gleisanlagen, legen Arbeiter nun noch Hand an die Mittelpromenade unter der U-Bahn. In wenigen Wochen sollen die Bauzäune verschwunden sein, sagt Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Im Juli können Fußgänger dann über das nach historischem Vorbild neu verlegte Pflaster unter dem sogenannten Magistratsschirm flanieren, abends und nachts beleuchtet von 150 neuen Lampen und gesäumt von 80 Hainbuchen, die als Ersatz für die gefällten Bäume gepflanzt werden. 1,5 Kilometer lang ist der begehbare Teil des Mittelstreifens. Berühmtester Anlaufpunkt ist der Imbiss Konnopke am Bahnhof Eberswalder Straße. Für die denkmalgerechte Wiederherstellung der Promenade haben die Bauexperten der BVG alte Archivfotos zu Rate gezogen. Kleine Pflastersteine, wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf vielen Plätzen und Wegen der Stadt üblich waren, werden nun Stück für Stück in den sandigen Untergrund geklopft. „Es gibt gar nicht mehr viele Firmen, die das überhaupt noch können“, sagt Petra Reetz.

Neue Absperrungen montiert

Weil der Mittelstreifen trotz aller Bemühungen um die Gestaltung aber Teil einer Verkehrsanlage bleibt, werden zudem neue Absperrungen, sogenannte Drängelgitter, montiert. Sie sollen verhindern, dass Fußgänger auf die Straßenbahngleise geraten. Und noch ein Zugeständnis an das 21. Jahrhundert machen die Verkehrsbetriebe. Weil immer mehr Berliner neben der U-Bahn auch das Fahrrad nutzen, montieren die Arbeiter zahlreiche Fahrradbügel. 188 Radstellplätze entstehen am Bahnhof Schönhauser Allee, an der Station Eberswalder Straße sollen es 44 Ständer sein.

Der nördliche Abschnitt der Linie U2 wurde vor etwa hundert Jahren gebaut. Im Mai 2009 begann die Sanierung. In zwei Abschnitten wurden die U-Bahn und die angrenzende Straßenbahn teilweise monatelang gesperrt. Mehr als 56.000 Quadratmeter Stahlfläche wurden von Rost befreit und neu versiegelt, 4500 Meter Schienen verlegt, tausende Stahlbleche, auf denen der Schotter des Gleisbettes ruht, ersetzt. Etwa 60 Millionen Euro kostete die Viaduktsanierung, weitere 10,5 Millionen Euro die Sanierung und der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe Eberswalder Straße und Schönhauser Allee.

Verkehrseinschränkungen gibt es durch die laufenden Arbeiten nicht. Mit jenen müssen die Fahrgäste auf dem 2010 erst erneuerten Nordabschnitt der U2 aber vom Sommer an rechnen: Zwischen Vinetastraße und Senefelderplatz soll künftig ein elektronisches Stellwerk den Verkehr steuern. Für die Kabelarbeiten sind mehrere nächtliche Sperrungen geplant.