Bauarbeiten

Jetzt wird am Gleisdreieck die U2 saniert

Das Gleisdreieck ist die größte Baustelle im Berliner U-Bahn-Netz. Nachdem die Viadukte und der Bahnsteig der U-Bahn-Linie1 saniert sind, beginnen nun die Arbeiten an der Linie U2.

Fast 100 Jahre ist der Bahnhof Gleisdreieck alt. 1912 wurde die heutige Station mit den stählernen Hochbahnbrücken nach einem Umbau des Ursprungsbahnhofs eröffnet. Genau 100 Jahre später soll das Gleisdreieck im kommenden Jahr erstmals umfassend saniert und behindertengerecht ausgebaut sein. Seit 2009 wird gebaut – und auch in diesem Jahr ist das Gleisdreieck die größte Baustelle im U-Bahn-Netz der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG).

Nachdem im vergangenen Jahr Viadukte und der Bahnsteig der U-Bahn-Linie1 saniert wurden, ist nun die U2 dran. Von diesem Donnerstag an wird es deshalb für Fahrgäste der wichtigen Ost-West-Linie eng. Für ein halbes Jahr ist der Streckenabschnitt zwischen Gleisdreieck und Wittenbergplatz gesperrt. Zum Auftakt der Arbeiten sind die Einschränkungen sogar noch größer. Damit die Züge aus Richtung Osten während der Bauzeit am Gleisdreieck umkehren können, muss dort von Donnerstag an eine Weiche eingebaut werden. Bis Betriebsschluss am Sonntag fahren deshalb keine Züge zwischen Potsdamer Platz und Nollendorfplatz. Als Ersatz werden Busse eingesetzt.

Am Montag beginnt dann die eigentliche Sanierung. Aus Richtung Pankow fahren die regulären Züge bis zum Potsdamer Platz wie üblich zur Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten. Von dort gibt es Pendelverkehr im Zehn-Minuten-Takt bis zum Gleisdreieck. Für die Weiterfahrt in Richtung City-West müssen die Fahrgäste dann abermals umsteigen in die nahezu parallel fahrende U-Bahn-Linie1. Komplett abgehängt vom U-Bahn-Verkehr bleibt bis Mitte November aber der Bahnhof Bülowstraße.

In sechs Monaten Bauzeit erhält der U-Bahnhof unter anderem einen zweiten Aufzug, der die Straßenebene mit dem Bahnsteig der U2 verbindet. Außerdem werden der Treppenaufgang und ein Teil der Bahnhofshalle saniert, ein Überführungsgewölbe abgedichtet, Geländer und Kabelkanäle instand gesetzt. Etwa 30 Millionen Euro kostet die Sanierung des Gleisdreiecks. Insgesamt investiert die BVG bis zum Jahresende 116,7 Millionen Euro in Erneuerung und Umbau von Bahnhöfen, Gleisen, Tunneln, Stellwerken und Hochbahn-Viadukten der U-Bahn.

Gedulden müssen sich auch die Fahrgäste am westlichen Ende der U2. Die Sanierungsarbeiten zwischen den Bahnhöfen Olympia-Stadion und Ruhleben verzögern sich weiter. Inzwischen ist von einer Fertigstellung bis Ende Juli die Rede. Wie berichtet, dauern die Arbeiten deutlich länger als geplant, weil die BVG den Vertrag mit der ursprünglichen Baufirma im Dezember gekündigt hatte.