Immobilien

Allianz Versicherung hat den Treptower verkauft

Das höchste Bürohaus Berlins hat einen neuen Besitzer. Die Allianz Versicherung hatte den Treptower schon seit 2006 nicht mehr selbst genutzt.

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Auf dem Dach des höchsten Berliner Bürogebäudes an der Elsenbrücke in Treptow leuchtet noch weithin sichtbar der blaue Allianz-Schriftzug. Doch die Leuchtbuchstaben, die kurz nach der Fertigstellung des Treptowers 1998 noch 15 Meter hoch waren, kurz darauf aber wegen der zu starken Lichtabgabe vor allem für den Flugverkehr auf acht Meter verkleinert werden mussten, könnten bald ganz verschwinden. Der weltgrößte Versicherungskonzern hat sich von dem 125 Meter hohen Büroturm getrennt. Wie Morgenpost Online aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat, hat die international agierende Immobiliengruppe AEW mit Hauptsitz in Paris das Gebäude gemeinsam mit der Berliner Caleus-Gruppe gekauft. Dem Vernehmen nach soll das Maklerhaus CBRE den Deal abgewickelt haben.

Details zu dem Handel sind noch streng geheim, beide Seiten haben vorerst Stillschweigen vereinbart. Bekannt ist jedoch, dass sich an der Mieterstruktur im Hochhaus mit einer Nutzfläche von 23.000 Quadratmetern und dem ebenfalls verkauften Riegelgebäude (11000 Quadratmeter) vorerst nichts ändern wird. Die Allianz hatte das Gebäude ohnehin schon seit 2006 nicht mehr selbst genutzt sondern lediglich vermietet. So nutzt etwa das Bundeskriminalamt einige Etagen innerhalb des Gebäudes.

Als das erste Hochhaus in Treptow Ende der 90er-Jahre fertig wurde, sollte dies der verheißungsvolle Auftakt für weitere Hochhäuser entlang der Spree sein. So sollte auf der anderen Uferseite ein ähnlich hoher Turm das Eingangstor zur Innenstadt markieren. Doch zwei Immobilienkrisen und einen Bürgerentscheid gegen die Spreebebauung später liegen die meisten dieser Hochhausprojekte auf Eis. Lediglich an der O* World, ein paar hundert Meter stadteinwärts und auch nicht mehr direkt am Ufer gelegen, wagt sich Projektentwickler Vivico jetzt an ein Hochhausprojekt. Im Frühjahr 2013 soll die neue Vertriebszentrale eines Automobilkonzerns in Friedrichshain eingeweiht werden. Im Vergleich zu den Treptowers handelt es sich dabei jedoch lediglich um ein „Türmchen“: Das neue Haus mit einem drehenden Mercedes-Stern auf dem Dach soll 54 Meter hoch werden.

Die grandiose Aussicht, die sich den Mietern aus dem 30 Stockwerke hohen Turm auf die Innenstadt bietet, wird also auch in den kommenden Jahren konkurrenzlos bleiben.

Der neue Eigentümer des Hauses, die AEW Gruppe investiert und verwaltet weltweit Immobilien für ihre privaten und institutionellen Anleger. Nach Eigenauskunft des Unternehmens verwaltet AEW aktuell Immobilien und Anlagen von über 45 Milliarden US Dollar. Die Berliner Caleus-Gruppe wird das Objekt künftig managen und verwalten.

Der Komplex Treptowers besteht aus insgesamt vier Gebäuden. Der Entwurf für das Hochhaus mit seiner Fassade aus Stahl und Glas lieferte der Architekt Gerhard Spangenberg, der das Projekt zusammen mit den Architekten Schweger und Partner sowie Reichel + Stauth realisierte.

Wie viel der Konzern für das Hochhaus samt dem ersten Riegel – die zwei weiteren Quergebäude des Ensembles wurden bereits 2007 verkauft – gezahlt hat, ist indes ein gut gehütetes Geheimnis. Die Bausumme des gesamten Komplexes betrug damals 500 Millionen Euro und war ein Projekt des Unternehmens Roland Ernst.

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