Wetter

Wieder Störungen bei der Bahn in Berlin

Wer jetzt unterwegs ist, sollte sich warm anziehen. Bitterkalter Ostwind lässt die Temperaturen gefühlt auf minus zehn Grad Celsius sinken, obwohl sie real nur im leichten Frostbereich liegen. Und es wird weiter schneien. Auch die Bahn hatte mit der Witterung zu kämpfen, bei der S-Bahn lief es besser.

Wegen Weichenstörungen im Bereich der Bahnhöfe Berlin Charlottenburg und Berlin Zoologischer Garten satnden seit 9 Uhr nur ein Gleis für den Regional- und Fernverkehr zwischen Charlottenburg und Zoologischer Garten zur Verfügung. Fern- und Regionalzüge wurden daher zum Teil über die Bahnhöfe Gesundbrunnen - Berlin Hauptbahnhof/Tief sowie die Regionalexpress Linie 2 und Regionalbahn Linie 14 über Jungfernheide - Gesundbrunnen - Lichtenberg umgeleitet. Die Regionalexpress Linie 7 fiel zeitweise zwischen Wannsee und Ostbahnhof aus. Reisenden wurde empfohlen, im Bereich der Stadtbahn auf die S-Bahn umzusteigen.

Am Nachmittag wurden die Störungen behoben, die Züge fuhren wieder auf ihren regulären Strecken. Es sei nur noch vereinzelt mit Verspätungen zu rechnen, hieß es seitens der Deutschen Bahn. Bei der S-Bahn kam es bisher witterungsbedingt nur zu leichten Einschränkungen.

Bei der S-Bahn kam es bisher witterungsbedingt nur zu leichten Einschränkungen. Der Verkehr des S7 nach Potsdam sei aufgrund einer Weichenstörung in Babelsberg am Morgen eingeschränkt gewesen, sagte ein Sprecher des S-Bahn. Bei der Ringbahn am Bahnhof Neukölln sei es ebenfalls wegen einer Weichenstörung kurzfristig zu Einschränkungen gekommen.

So fährt die S-Bahn zu Silvester

Trotz der angespannten Fahrzeugsituation will die S-Bahn Berlin in der Silvesternacht sicherstellen, dass die Fahrgäste auch durchgehend an ihr Ziel kommen. Bis 22 Uhr fahren durch den Nord-Süd-Tunnel die Linien S1 und S2 im 10-Minuten-Takt sowie die S25 im 20-Minuten-Takt. Ab 22 Uhr bis 3 Uhr werden die Linien S1, S2 und S25 jeweils im 20-Minuten-Takt verkehren. Zwischen Gesundbrunnen und Priesterweg werden weitere Züge zur Verdichtung des Angebots verkehren.

Auf der Stadtbahn verkehren bis 22 Uhr die Linie S5 zwischen Strausberg und Grunewald, die Linie S7 zwischen Ahrensfelde und Potsdam und die Linie S3 zwischen Erkner und Westkreuz sowie die Linie S75 zwischen Spandau und Wartenberg jeweils alle 20 Minuten. Zwischen 22 Uhr und 3 Uhr verkehren zusätzliche Züge zwischen Friedrichshagen und Westkreuz.

Der Ring fährt rund um die Uhr durchgehend im 10-Minuten-Takt und die Linien S 46 und S 47 fahren im 20-Minuten-Takt. Ab 3 Uhr bietet die S-Bahn einen durchgehenden Nachtverkehr im 20-Minuten-Takt auf allen Linien bis auf die noch nicht verkehrenden S45 und S85 an.

Eisregen verlängert Fahrzeiten

Bahnreisende müssen am Silvestertag im Fernverkehr mit Einschränkungen rechnen. Wegen vereister Oberleitungen durch Eisregen seien die Bahnverbindungen in den Regionen Osnabrück und Göttingen seit dem Morgen beeinträchtigt, sagte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Reisende müssten deshalb mit längeren Fahrzeiten planen. Die Störungen betreffen auch die Strecke Berlin-Frankfurt-Stuttgart. Der Sprecher empfahl Reisenden, die ICE-Verbindung über Leipzig zu nutzen.

Auch die Verbindung zwischen Amsterdam und Berlin über Hannover ist derzeit von den Störungen betroffen. Die Reisenden müssen den Angaben zufolge in Duisburg umsteigen, wodurch es zu Verspätungen kommen könne. „Gegen Eisregen ist man nicht gefeit“, sagte der Sprecher. Derzeit werde ein Schienenersatzverkehr organisiert, durch den die Reisenden mit Bussen an ihre Ziele gebracht werden sollen. Dies hänge aber von den Straßenverhältnissen ab, betonte er. Wie viele Busse in welchen Städten eingesetzt werden, konnte der Sprecher noch nicht sagen.

Erst kurz vor Weihnachten hatte die Bahn nach starken Schneefall und Eis massive Probleme auf der Strecke Berlin-Leipzig-München. Zahlreiche reisende mussten deshalb Verspätungen in Kauf nehmen. Betroffen war vor allem die die modernste ICE-Baureihe mit Neigetechnik, der ICE T.

Wenig Unfälle

Trotz des starken Schneefalls am Morgen gab es laut Polizei verhältnismäßig wenige Unfälle auf den Berliner und Brandenburger Straßen. „Die Autofahrer fahren offenbar vorsichtig, und bisher gab es auch kein Glatteis“, sagte ein Sprecher des Lagezentrums des Brandenburger Innenministeriums in Potsdam.

Trotz starken Schneefalls und glatter Straßen hat es in Nacht zu Silvester in Berlin nur unwesentlich mehr Verkehrsunfälle gegeben. Insgesamt seien 139 Unfälle gezählt worden, sagte ein Sprecher. In fast allen Fällen sei es bei einem Blechschaden geblieben. Ob alle Unfälle aber mit der Witterung zusammenhingen, sei noch unklar. Im Stadtteil Prenzlauer Berg verlor am Mittwochabend eine 22-Jährige in der Schönhauser Allee die Kontrolle über ihren Wagen und prallte gegen zwei am Straßenrand abgestellte Fahrzeuge. Sie wurde mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Im Land sei es bis Mittag zu 31 witterungsbedingten Unfällen mit vier Verletzten gekommen. Schwere Unfälle seien nicht darunter gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

Die Berliner Stadtreinigung (BSR) war mit der kompletten Räum- und Streuflotte unterwegs. „Alle 2000 Mitarbeiter und die 450 Winterdienstwagen werden auch in den kommenden Tagen im Einsatz sein“, sagte ein BSR-Sprecher. Auch in den Nachtstunden sollen Fahrzeuge der BSR eingesetzt werden. Die BSR appellierte an alle Berliner, die Reste ihrer Feuerwerkskörper einzusammeln. Besonders die Flaschen, die zum Abschießen von Raketen benutzt würden, stellten eine Verletzungsgefahr dar.

Eisiger Ostwind

Die Silvesternacht wird in Berlin und Brandenburg durch mäßigen bis starken Ostwind eisig kalt. „Es weht ein unangenehmer Wind, durch den die Temperaturen auf gefühlte minus zehn Grad Celsius fallen“, sagte Meteorologe Gregor Neubarth vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland am Mittwoch. Tatsächlich lägen die Temperaturen aber nur im leichten Frostbereich.

Zudem erwarten die Wetterexperten weiteren Schneefall zu Silvester und Neujahr. „In der Silvesternacht kann es zwischen sieben und zehn Zentimeter Neuschnee in der Region geben“, sagte Neubarth. Besonders starker Schneefall wird in Berlin und im Süden Brandenburgs erwartet. In der Uckermark und in der Prignitz soll es weniger schneien.