Flughafen

Alliierten-Museum will nach Tempelhof

Das Berliner Alliierten-Museum bekräftigt seine Forderung, auf den Flughafen Tempelhof umziehen zu wollen. Nun erwartet der Bund ein detailliertes Konzept, wie der Umzug von Zehlendorf nach Tempelhof vonstatten gehen kann. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit unterstützt den Plan.

Foto: Sergej Glanze

Das vor allem vom Bund getragene Alliierten-Museum im Berliner Außenbezirk Zehlendorf will auf den zentralen gelegenen ehemaligen Flughafen Tempelhof umziehen. Verbunden damit sind auch Forderungen nach besserer finanzieller und personeller Ausstattung. Ein entsprechendes Memorandum zur Zukunft des vor 15 Jahren eröffneten Museums in einem ehemaligen Kino der US-Armee in der Clayallee stellte der scheidende Museumsdirektor Helmut Trotnow am Donnerstag vor.

„Das Alliierten-Museum ist ein Rohdiamant, der zu einem Schmuckstück nicht nur für die Hauptstadt, sondern für unser Land gemacht werden sollte“, meinte Trotnow, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Die 30.000 Objekte vermittelten „ein authentisches und auch lebendiges Bild des Kalten Kriegs im Deutschland nach 1945.“

Der Umzugsplan nach Tempelhof wird auch vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und dem Internationalen Beirat des Museums unterstützt, der Bund erwartet dazu ein detailliertes Konzept, das im Laufe des nächsten Jahres vorgelegt werden soll. „Es ist ein Bundesmuseum, die Entscheidung liegt jetzt beim Bund“, sagte Rainer Klemke von der Berliner Kulturverwaltung dazu. Er wies auf die 5,5 Millionen Besucher hin, die jährlich in Berlin Gedenkstätten und zeitgeschichtliche Museen besuchten. Das Alliierten-Museum könne aber seine volle Wirkung wegen seines abgelegenen Standortes nicht entfalten. Abgesehen davon stünden schon jetzt wichtige Objekte des Museums aus Platzgründen in Tempelhof.

Der Standort Clayallee ist auch nach Ansicht des Direktors des Deutschen Historischen Museums (DHM), Hans Ottomeyer, an seine Grenzen gestoßen. Auch drohten die Objekte im Freien wie das britische Luftbrücken-Flugzeug, der französische Militärzug und das legendäre alliierte Wachhäuschen vom ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie (dort steht inzwischen eine kleinere Kopie) in der Witterung langsam zu verrotten. „Diese und andere bedeutende Hinterlassenschaften des 20. Jahrhunderts sollten in angemessener Weise für künftige Generationen bewahrt werden“, meinte Ottomeyer, der auch Vorsitzender des Trägervereins Alliiertes Museum ist.

In Tempelhof, wo es zahlreiche Hangars gibt, lagern schon jetzt Museumsobjekte wie der legendäre US-Hubschrauber „Spirit of Steinstücken“, britische Paradewagen, in denen auch Prinz Charles 1994 beim Abzug der Alliierten aus Berlin die letzte „Queen's Birthday Parade“ abnahm, militärische Aufklärungsfahrzeuge oder ein Lautsprecherwagen des Senders RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor), die bei der Luftbrücke zur Information der Berliner Bevölkerung eingesetzt waren.

Das DHM würde das Alliierten-Museum am Standort Tempelhof noch mit weiteren Objekten unterstützen. Dazu gehören ein Brückenteil der Brücke von Torgau (wo sich amerikanische und sowjetische Truppen im Zweiten Weltkrieg trafen) oder eine Lautsprecheranlage vom ehemaligen West-Berliner „Studio am Stacheldraht“.

www.alliiertenmuseum.de