Architektenpaare

Warum die Nalbachs nicht zusammen arbeiten können

Seit 50 Jahren sind sie ein Paar: Johanne und Gernot Nalbach. Gemeinsam arbeiten sie in ihrem Büro in Friedenau. Doch eigentlich geht das ja gar nicht.

Foto: Amin Akhtar

Erste Vorlesung, erstes Semester, TU Wien. Gernot Nalbach erinnert sich noch genau. „Du saßest in der dritten Reihe“, sagt er und blickt seine Frau Johanne an. Sie sei ihm sofort aufgefallen. 50 Jahre liegt ihre erste Begegnung zurück. Seit 50 Jahren sind sie ein Paar, seit 39 Jahren verheiratet, seit 36 Jahren Partner in ihrem Berliner Büro „Nalbach + Nalbach Architekten“. Und gehen unterdessen dennoch eigene Wege. Zumindest bei ihren Entwürfen.

„Eigentlich müsste unser Büro ,Nalbach oder Nalbach' heißen“, sagt Gernot Nalbach mit leicht ironischem Unterton. Er lächelt. Der Planer spielt darauf an, was Johanne Nalbach klar benennt: „Wir können nicht zusammenarbeiten“. Es sei früher immer ein Kampf gewesen, wer sich durchsetzt, bestätigt Johanne Nalbach. Sie ist seit vielen Jahren treibende Kraft in dem Büro. Und auch die Erfolgreichere, wie ihr 68-jähriger Mann betont. „Sie ist einfach die Bessere.“ Der Wiener Wahlberliner unterbricht kurz seinen Redefluss. Er gesteht: „Das ist nicht immer einfach für mich.“ Schließlich war er lange die Nummer eins und hatte großen Erfolg. Gleich beim Berufsstart sorgte er mit revolutionären Entwürfen von aufblasbaren Gebäuden für Katastrophengebiete international für Aufmerksamkeit. Eins der Modelle wurde vom Pariser Centre Pompidou gekauft – eine frühe und große Ehre. Gerade mal 28 Jahre jung, begann der gebürtige Wiener 1969 an der Berliner Hochschule der Künste, heute Universität der Künste, als damals jüngster Professor seine akademische Karriere. Und dann entwarf er auch noch jene Leuchte, die nicht nur an der Straße des 17. Juni in Berlin steht, sondern mittlerweile von Hollywood bis Australien für Helligkeit sorgt und Patentinhaber Nalbach nach wie vor Lizenzgeld bringt.

"Mein Mann war unheimlich gut. Er konnte fantastisch zeichnen“, sagt Johanne Nalbach. Ihm sei viel in den Schoß gefallen, sie habe sich alles hart erarbeiten müssen. Sie sei erst Jahre später richtig durchgestartet, sagt die Architektin, die unter anderem sieben Townhouses, das Haus der Bundespressekonferenz, fünf Art’otels und vor allem das Café Bravo für die Galerie „Kunst-Werke“ in Mitte entworfen hat. Zudem sitzt sie in Jurys und lehrt wie ihr Mann an internationalen Hochschulen.

„Kleine Kinder, kleine Projekte“ bringt Johanne Nalbach die Gründe für ihr anfangs geringeres berufliches Engagement auf den Punkt. „Ich war immer die arbeitende Mutter und das war ein Spagat mit schlechtem Gewissen.“ Das erste von drei Kindern bekam sie 1973. Zwei Jahre später gründeten die Architekten ihr Büro. „Wir haben klein angefangen, mit Innenausbauten und Designsachen.“ Das erste gemeinsame Projekt und erste Haus war 1980 ein Privathaus in Spandau, eine Doppelhaushälfte. „Das haben wir zusammen entworfen, ich war gerade mit meinem Sohn schwanger, arbeitete aber schon ein bisschen“, erinnert sich Johanne Nalbach.

Minimalistisch, sachlich und mit kleinen sinnlichen Elementen, so charakterisiert die Planerin ihre Architektur. Wichtig sei ihr Qualität im Detail. Dieser Anspruch prägt auch ihre Arbeitsweise: „Ich bin vom Anfang bis zum Schluss dabei. Ich kann nicht delegieren.“ Ganz anders Gernot Nalbach. Er liebe das Entwerfen, könne danach die Arbeit aber auch abgeben. „Mit mir kann man reden, meine Frau setzt eher Grenzen.“ Ein Bauherr habe ihr mal „geschmeidige Härte“ attestiert, bestätigt Johanne Nalbach. Und lächelt.

Erste Vorlesung, erstes Semester, TU Wien. Gernot Nalbach erinnert sich noch genau. „Du saßest in der dritten Reihe“, sagt er und blickt seine Frau Johanne an. Sie sei ihm sofort aufgefallen. 50 Jahre liegt ihre erste Begegnung zurück. Seit 50 Jahren sind sie ein Paar, seit 39 Jahren verheiratet, seit 36 Jahren Partner in ihrem Berliner Büro „Nalbach + Nalbach Architekten“. Und gehen unterdessen dennoch eigene Wege. Zumindest bei ihren Entwürfen.

„Eigentlich müsste unser Büro ,Nalbach oder Nalbach' heißen“, sagt Gernot Nalbach mit leicht ironischem Unterton. Er lächelt. Der Planer spielt darauf an, was Johanne Nalbach klar benennt: „Wir können nicht zusammenarbeiten“. Es sei früher immer ein Kampf gewesen, wer sich durchsetzt, bestätigt Johanne Nalbach. Sie ist seit vielen Jahren treibende Kraft in dem Büro. Und auch die Erfolgreichere, wie ihr 68-jähriger Mann betont. „Sie ist einfach die Bessere.“ Der Wiener Wahlberliner unterbricht kurz seinen Redefluss. Er gesteht: „Das ist nicht immer einfach für mich.“ Schließlich war er lange die Nummer eins und hatte großen Erfolg. Gleich beim Berufsstart sorgte er mit revolutionären Entwürfen von aufblasbaren Gebäuden für Katastrophengebiete international für Aufmerksamkeit. Eins der Modelle wurde vom Pariser Centre Pompidou gekauft – eine frühe und große Ehre. Gerade mal 28 Jahre jung, begann der gebürtige Wiener 1969 an der Berliner Hochschule der Künste, heute Universität der Künste, als damals jüngster Professor seine akademische Karriere. Und dann entwarf er auch noch jene Leuchte, die nicht nur an der Straße des 17. Juni in Berlin steht, sondern mittlerweile von Hollywood bis Australien für Helligkeit sorgt und Patentinhaber Nalbach nach wie vor Lizenzgeld bringt.

„Mein Mann war unheimlich gut. Er konnte fantastisch zeichnen“, sagt Johanne Nalbach. Ihm sei viel in den Schoß gefallen, sie habe sich alles hart erarbeiten müssen. Sie sei erst Jahre später richtig durchgestartet, sagt die Architektin, die unter anderem sieben Townhouses, das Haus der Bundespressekonferenz, fünf Art’otels und vor allem das Café Bravo für die Galerie „Kunst-Werke“ in Mitte entworfen hat. Zudem sitzt sie in Jurys und lehrt wie ihr Mann an internationalen Hochschulen.

„Kleine Kinder, kleine Projekte“ bringt Johanne Nalbach die Gründe für ihr anfangs geringeres berufliches Engagement auf den Punkt. „Ich war immer die arbeitende Mutter und das war ein Spagat mit schlechtem Gewissen.“ Das erste von drei Kindern bekam sie 1973. Zwei Jahre später gründeten die Architekten ihr Büro. „Wir haben klein angefangen, mit Innenausbauten und Designsachen.“ Das erste gemeinsame Projekt und erste Haus war 1980 ein Privathaus in Spandau, eine Doppelhaushälfte. „Das haben wir zusammen entworfen, ich war gerade mit meinem Sohn schwanger, arbeitete aber schon ein bisschen“, erinnert sich Johanne Nalbach.

Minimalistisch, sachlich und mit kleinen sinnlichen Elementen, so charakterisiert die Planerin ihre Architektur. Wichtig sei ihr Qualität im Detail. Dieser Anspruch prägt auch ihre Arbeitsweise: „Ich bin vom Anfang bis zum Schluss dabei. Ich kann nicht delegieren.“ Ganz anders Gernot Nalbach. Er liebe das Entwerfen, könne danach die Arbeit aber auch abgeben. „Mit mir kann man reden, meine Frau setzt eher Grenzen.“ Ein Bauherr habe ihr mal „geschmeidige Härte“ attestiert, bestätigt Johanne Nalbach. Und lächelt.

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