Konjunkturpaket II

Berlin investiert weiter in seine Hochschulen

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Foto: David Heerde

Im Zuge des Konjunkturpakets erhielten die Berliner Hochschulen bereits 97 von 143 Millionen Euro. Für Bürgermeister Klaus Wowereit gut angelegtes Geld. Vor Ort machte er sich sein eigenes Bild.

9 Uhr, Ortstermin Beuth-Hochschule in der Luxemburgstraße in Wedding. Vor dem Haupteingang treffen sich der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) und Knut Nevermann, Staatssekretär der Bildungsverwaltung. Man will sich ansehen, was das Konjunkturpaket II den Hochschulen Berlins gebracht hat. Die Tatsache, dass die Universitäten im nächsten Jahr vor einem großen Ansturm von Studenten stehen und deshalb einen Notplan fordern, spielt an diesem Tag nur am Rande eine Rolle.

Der Berliner Anteil am Geldpaket von Bund und Ländern zum Sichern von Arbeitsplätzen beträgt 632 Millionen Euro. 143 Millionen Euro davon fließen an wissenschaftliche Einrichtungen, der Rest an Schulen, Kitas, Kliniken und Bäder. Die Beuth-Hochschule ist die erste Station des Rundgangs. Hochschul-Rektor Reinhard Thümer begleitet seine Gäste zum Haus für Bauwesen. „Die Hochschule war ursprünglich für 6000 Studenten geplant, heute studieren hier rund 10.000 Studenten“, sagt Thümer. Die akademische Einrichtung drohte aus allen Nähten zu platzen. Mit 8,48 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturpaket konnte die Beuth-Hochschule zehn Baumaßnahmen starten, unter anderem das 1976 erbaute Haus der Fakultät Bauwesen energetisch sanieren.

Um 10 Uhr lassen sich Wowereit, Zöllner und Nevermann mit Bussen ins nahe gelegene Virchow-Klinikum der Charité bringen. In den neuen Laboren wird Zukunft entwickelt. Die Forscher versuchen, Knochen- und Muskelverletzungen mit körpereigenen Zellen schneller zu heilen. Absolut sinnvoll, sagt Wowereit, Knochen und Muskeln verletze sich schließlich jeder Mal. 13,2 Millionen Euro haben die Wissenschaftler für die Ausstattung ihrer Labore aus dem Konjunkturpaket erhalten. Außerdem gehen 19.Millionen an weitere Forschungsprojekte, in die Lehre und die Krankenversorgung der Charité.

Dann geht es in das biologische Institut der Humboldt-Universität in Mitte. Die Wissenschaftlerin Edda Klipp bringt Hefezellen zum Leuchten. Dies gelingt in einer neuen Maschine, genannt FACS, die pro Minute 10.000 Zellen erkennen, zählen und sortieren kann. Und es werden Reaktionen der Zellen deutlich gemacht. Klipp versucht so, Behandlungsmethoden in der Krebstherapie zu verbessern. Die Hoffnung ist, Reaktionen von Krebszellen so vorherzusagen, dass der Einsatz von Medikamenten und Strahlentherapie erfolgreicher gestaltet werden kann.

Wissenschaftssenator Zöllner ist mit den Ergebnissen rundum zufrieden. Von den 143 Millionen Euro sind bereits 97 Millionen Euro ausgezahlt worden – der Rest werde in Kürze ausgezahlt. Die wissenschaftlichen Einrichtungen hatten 88 Prozent der Aufträge an Firmen aus der Region vergeben. „Ein wichtiger Wirtschaftsmotor“, sagt Zöllner.