Tarifverhandlungen gescheitert

An der Charité droht jetzt ein unbefristeter Streik

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat die Verhandlungen mit der Charité für gescheitert erklärt. Ver.di bereitet nun eine Urabstimmung vor. Schwestern, Pfleger, Gebäudereiniger und medizinisch-technische Assistenten könnten bald streiken.

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Patienten der Berliner Charité müssen sich auf Beeinträchtigungen durch Streiks einstellen. Die Tarifkommission der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di erklärte die Tarifverhandlungen für die Schwestern, Pfleger, Gebäudereiniger und medizinisch-technischen Assistenten für gescheitert, wie Ver.di am Dienstag mitteilte.

Es sei in vier Verhandlungsrunden nicht gelungen, mit der Geschäftsführung des Universitätsklinikums eine gemeinsame Lösung zu finden, sagte Ver.di-Verhandlungsführerin Bettina Weitermann. Nun würden die notwendigen Schritte für die Durchführung der Urabstimmung eingeleitet.

Nach den Worten Weitermanns hat Ver.di in einem Schreiben an die Arbeitgeberseite Mindestvoraussetzungen benannt, die für eine Lösung am Verhandlungstisch erfüllt werden müssten. Dazu gehöre unter anderem die Angleichung der monatlichen Einkommen an das Niveau des dann aktuellen Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) bis zum Jahr 2014.

Die Charité bedauerte das Scheitern der Verhandlungen. Der Vorstand sei aber nicht in der Lage, den Gewerkschaftsforderungen nachzukommen. Dies sei finanziell nicht zu stemmen, sagte eine Sprecherin.

Das Angebot der Charité sah bislang vor, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bis 2017 an den TVöD anzupassen. Dafür würden dem Universitätsklinikum zufolge ab Juli 2011 jährliche Einkommenserhöhungen von zwei Prozent zugrunde gelegt.