Tarifkonflikt

Charité-Mitarbeiter stimmen für Streik

Die Berliner Charité könnte bereits in der ersten Mai-Woche bestreikt werden – und zwar unbefristet. Eine große Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter hat sich in einer Urabstimmung dafür ausgesprochen.

In der Berliner Universitätsklinik Charité droht Anfang Mai ein Streik. Nach den Mitgliedern des Beamtenbundes stimmten auch die in der Gewerkschaft Verdi organisierten Beschäftigten mit großer Mehrheit für einen unbefristeten Arbeitskampf, wie Verdi am Donnerstag mitteilte. 93 Prozent der Mitglieder hätten für Streik gestimmt. Beim Beamtenbund waren es 98,8 Prozent. Wenn es weiterhin kein Einlenken der Arbeitgeberseite gebe, würden die Beschäftigten der Charité ab 2. Mai zum Streik aufgerufen, kündigte Verdi-Verhandlungsführerin Bettina Weitermann an.

In dem Konflikt geht es um die Angleichung der Einkommen an das bundesweit geltende Niveau. Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes fordern 300 Euro mehr Geld für rund 10 000 der 13 000 Beschäftigten an der Charité. Damit soll ein Einkommensrückstand zu anderen Berliner Krankenhäusern von 14 Prozent ausgeglichen werden.

Verdi erklärte die seit November laufenden Verhandlungen am 22. März nach vier ergebnislosen Runden für gescheitert. „Der Arbeitgeber hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden. Allerdings muss er ein akzeptables Angebot vorlegen, damit weitere Tarifverhandlungen überhaupt Sinn machen“, stellte Weitermann fest.

Die Charité hat eine schrittweise Angleichung an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bis 2017 angeboten. Die Uni-Klinik hatte 2010 ein Defizit von 17 Millionen Euro. In diesem Jahr will sie keinen Verlust mehr machen.

( dpa/ap )