A100

Spandauer-Damm-Brücke ist wieder befahrbar

Nach fast drei Jahren Bauzeit ist die Spandauer-Damm-Brücke in Berlin-Charlottenburg als Zufahrtstraße zur A100 wieder für den Verkehr freigegeben worden. 36 Millionen Euro hat der Neubau gekostet.

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Nach fast drei Jahren Bauzeit ist die Brücke auf dem Spandauer Damm in Berlin am Montag wieder für den Autoverkehr freigegeben worden. Vom Mittag an sollten dann auch auf den Auf- und Abfahrten zur darunter verlaufenden Stadtautobahn A 100 Wagen rollen können. Weil das Einrichten der Ampeln längere Zeit brauchte, gab es für die Freigabe verschiedene Zeiten, wie ein Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erklärte. Die alte Brücke war abgerissen und durch einen 36 Millionen Euro teuren Neubau ersetzt worden. Der Bund zahlte die Hälfte. Die Finanzierung des Landes-Anteils wurde überwiegend durch Fördermittel der EU sichergestellt. Der Neubau der Brücke hatte sich durch den Wintereinbruch Ende vergangenen Jahres verzögert. Schnee und Eis hatten zum Baustopp geführt. Asphaltierungsarbeiten mussten verschoben werden.

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Es war wenige Minuten nach sechs Uhr am Montagmorgen, als ein BVG-Bus der Linie M45 über die Spandauer-Damm-Brücke Richtung Innenstadt fuhr. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte fünf Minuten zuvor den Spandauer Damm nach 35 Monaten Bauzeit wieder komplett für den Verkehr freigegeben. Straßenarbeiter entfernten die rot-weißen Absperrvorrichtungen an der Kreuzung Königin-Elisabeth-Straße und Sophie-Charlotten-Straße.

Am vergangenen Wochenende war dieses Teilstück noch einmal für den Straßenverkehr gesperrt. Grund für die knapp drei Jahre provisorische und eingeschränkte Verkehrsführung auf dem Spandauer Damm war der Neubau der Brücke über der Stadtautobahn A100 und den Schienensträngen der Deutschen Bahn und der S-Bahn.

„Dieser Neubau war für alle Beteiligten eine logistische Meisterleistung und eine große Herausforderung“, sagt Junge-Reyer. „Solche Brücken liebe ich. Hier investieren wir in die Stadt, gleichermaßen in den Autoverkehr, den Fahrradverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr. Wir können stolz auf die Spandauer-Damm-Brücke sein.“

Nachdem die Senatorin mit einem Vertreter des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung das schwarz-rot-goldene Band durchschnitten hatte, ging die eigentliche Arbeit los. Um das Bauwerk wieder komplett nutzen zu können, mussten alle Ampelanlagen vom Baustellenbetrieb auf die normale Verkehrssituation umprogrammiert werden. So lange konnte zwar über die Brücke, nicht aber auf die Autobahn abgebogen werden. Auch waren die Abfahrten von der A100 auf die Brücke noch gesperrt.

„Gegen 13.30 Uhr konnten wir alle Lichtzeichenanlagen in diesem Bereich wieder in Betrieb nehmen“, sagt Arne Huhn, Fachbereichsleiter bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Gemeinsam mit Verkehrslenkung Berlin wurden alle Ampeln wieder für den dauerhaften Normalbetrieb programmiert. „Nicht nur die Ampeln auf der Brücke, auch die Anlagen an den Kreuzungen Sophie-Charlotten-Straße und Königin-Elisabeth-Straße mussten nach drei Jahren Bauzeit wieder angepasst werden. Es hat alles ohne Schwierigkeiten funktioniert.“ Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer können seit Montag die Brücke und die Zugänge zum S-Bahnhof Westend wieder uneingeschränkt nutzen.

„Zeit wurde es ja, dass wir von hier aus wieder auf die Autobahn fahren können“, sagt Jürgen Jungebauer. „In den letzten Jahren musste ich immer den Umweg über die Königin-Elisabeth-Straße nehmen, um dann am ICC auf die Avus zu fahren. Das spart ungefähr 15Minuten Zeit.“

Geplant war, die Brücke Ende des Jahres fertigzustellen. „Die Bauarbeiter haben trotz widriger Umstände sehr hart und schnell gearbeitet“; sagt die Senatorin. „Starker Schneefall und anhaltender Frost haben sie ausgebremst. Sonst wäre die Brücke noch 2010 fertig gewesen.“

Der Bau dauerte fast 35 Monate. Das Besondere an diesen Arbeiten war, dass auf allen betroffenen Verkehrswegen, der Autobahn, dem Spandauer Damm, der Fernbahn und der S-Bahn bis auf sehr wenige Ausnahmen der Verkehr weiter funktionierte. Auch durften die insgesamt mehr als 60 Versorgungsleitungen wie Wasser, Strom und Fernwärme im Innern der Brückenbauwerke nicht unterbrochen werden.

Das Bauwerk besteht aus zwei eigenständigen Brücken. Drei der vier Rampen der Anschlussstelle Spandauer Damm der Bundesautobahn A100 wurden ebenfalls abgerissen und neu gebaut. Wer für die Baukosten aufgekommen ist, machten die Fahnen an den provisorisch errichteten Masten deutlich. Im morgendlichen Sonnenaufgang hingen die Berliner Fahne, die Fahne der Bundesrepublik Deutschland und die blaue Fahne mit den goldenen Sternen der Europäischen Union schräg oberhalb des Rednerpults.

Der Neubau kostet rund 36 Millionen Euro. Wegen der Überquerung der Bundesautobahn trägt der Bund mit 18 Millionen Euro die Hälfte der Kosten. Der Berliner Anteil der Finanzierung wird zu einem wesentlichen Teil durch Fördermittel von der Europäischen Union abgedeckt. Nach Angaben des Bundes wurde die Kostenschätzung des Bauwerks eingehalten.

Die 116 Meter lange und 39 Meter breite Spannbetonbrücke wurde in den Jahren 1960 bis 1962 erbaut und 1963 in Betrieb genommen. Im Rahmen einer Sanierung 2003 und 2004 wurde dann festgestellt, dass die stählernen Spannglieder im Innern der Brücke rostig waren. Und durch die Mängel in der Abdichtung der Fahrbahn hatte die Brücke in den letzten Jahrzehnten immer stärker an Substanz eingebüßt. Eine Sanierung wäre teurer gewesen als der Neubau. Am 7. Mai 2008 begannen deshalb Bauarbeiter mit den vorbereitenden Arbeiten für den Abriss der Brücke.