Choriner Höfe

Gefälschte Briefe zu Immobilienprojekt verschickt

In Briefkästen in Prenzlauer Berg fanden sich am Wochenende Flyer, die angeblich von einer Immobilienfirma kamen. Doch die Firma war nicht der Absender, musste aber dennoch auf 100 Anrufe reagieren und nun selbst einen Brief schreiben.

Foto: Diamona & Harnisch

Mit einem eigenen Brief an die Anwohner hat das Unternehmen Diamona & Harnisch auf den gefälschte Flyer reagiert, den Unbekannte am Wochenende im Umfeld der Choriner und Zehdenicker Straße im Berliner Bezirk Pankow verteilt haben. Dort baut der Investor auf einer einstigen Brache die „Choriner Höfe“ mit 130 Wohnungen und acht Gewerbeeinheiten.

Auf den Flugblättern waren die Anwohner – scheinbar im Namen von Diamona & Harnisch – zu einem Frühlingsfest eingeladen worden. In der Druckschrift war von sanierungsbedürftigen Häusern nahe den Choriner Höfen die Rede, die das Unternehmen angeblich aufkaufen wolle. Nachbarn, denen später die Miete zu hoch werde, könnten als Hausmeister für das Unternehmen arbeiten und in preiswertere Wohnungen nach Lichtenberg oder Hohenschönhausen ziehen, hieß es in den Wurfsendungen vom Wochenende. „Diese Flugblätter stammen nicht aus unserem Haus“, schreibt Diamona & Harnisch-Geschäftsführer Alexander Harnisch in dem Brief an die Anwohner, den er zu Wochenbeginn im Umfeld der Choriner Höfe verteilen ließ. Die Fälschung verbreite Unwahrheiten, hieß es darin. Rechtliche Schritte würden geprüft.

Am Montag und Dienstag waren mehr als 100 Anrufe bei Diamona & Harnisch eingegangen, die sich auf den Flyer bezogen. „Die Fälschung ist gut gemacht. Doch viele Anwohner sind nicht darauf hereingefallen, wollten sich aber trotzdem erkundigen“, sagte Sprecher Jaroslaw Plewinski. Am Mittwoch habe es nur noch vereinzelt Nachfragen gegeben. Eine Anzeige bei der Polizei hat das Unternehmen noch nicht erstattet. Bei Diamona & Harnisch geht man davon aus, dass die Falschinformation politisch motiviert ist.

Am Wochenende waren an der Kastanienallee 63 in Mitte zwei mehr als 100 Jahre alte Bäume gefällt worden, die einem neuen Bauprojekt des Investors im Weg standen. In einer Baulücke sind Häuser mit Eigentumswohnungen geplant. Um das Vorhaben gab es Auseinandersetzungen mit dem Bezirksamt. Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) wollte das Vorhaben nur genehmigen, wenn die Bäume stehen bleiben. Doch dann erteilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die Baugenehmigung. Auch viele Anwohner hatten gegen die Baumfällung protestiert.