Straße gesperrt

Tempelhofer Damm bleibt stadteinwärts gesperrt

Das dienstälteste Wasserrohr der Stadt hat seinen Dienst quittiert: Unter dem Tempelhofer Damm brach am Freitag ein Rohr von 1876. Die Straße bleibt vorerst stadteinwärts gesperrt.

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Unter dem Tempelhofer Damm ist ein Rohr gebrochen. Die Straße war zunächst überflutet. Die Sperrungen dauern noch an.

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Eine gebrochene Abwasserdruckleitung der Berliner Wasserbetriebe (BWB) hat am Freitag für kilometerlange Staus auf dem Tempelhofer Damm gesorgt. Bis die Straße komplett repariert ist, werden nach BWB-Angaben etwa zwei Wochen vergehen. Bis dahin drohen bei der Fahrt in Richtung Innenstadt weiter erhebliche Behinderungen. Die 75 Zentimeter starke Leitung unter der Fahrbahn war in der Nacht zu Freitag gegen 2.45 Uhr geborsten. Ein Sturzbach stinkender Abwässer ergoss sich auf die abschüssige Straße. Wasser lief auch in den U-Bahnhof Paradestraße und in eine benachbarte Baugrube für die Tunnelabdichtung der U-Bahn. Der Tempelhofer Damm wurde noch vor dem einsetzenden Berufsverkehr voll gesperrt, die Züge der U-Bahn-Linie U6 hielten für etwa drei Stunden nicht an der Station Paradestraße.

Deutlich länger als die Fahrgäste der BVG müssen wohl Berlins Autofahrer unter dem Rohrbruch leiden. Bis Freitagnachmittag blieb die Hauptverkehrsstraße in beide Richtungen gesperrt. Die Polizei leitete den Verkehr durch die benachbarte Gartenstadt um. Erst am späten Nachmittag rollte der Autoverkehr stadtauswärts wieder. Hauptgrund für die lange Vollsperrung: Kubikmeterweise hatte sich das „Modderwasser“, sagte BWB-Sprecher Stephan Natz, in die Baustelle der BVG ergossen. Mit zehn Schlammsaugerwagen und zwei großen Pumpen musste die Grube wieder leer gepumpt werden, bevor der Tempelhofer Damm zumindest in einer Richtung wieder freigegeben werden konnte. Ob der Wassereinbruch die Arbeiten an der Tunneldecke verzögert, war nach Angaben von BVG-Sprecher Klaus Wazlak zunächst nicht abzuschätzen.

Noch in der Nacht sollte das gebrochene Rohrstück ersetzt werden, kündigte BWB-Sprecher Natz an. Danach erst kann der Wiederaufbau der Straße beginnen. Bis Montag wollen die Wasserbetriebe stadteinwärts eine provisorische Fahrspur asphaltieren. Auf der anderen Hälfte der Fahrbahn beginnt parallel der Neubau von Betonunterschicht und neuer Straßendecke. Anschließend wird die provisorische Spur wieder abgerissen und grunderneuert. „Der Tempelhofer Damm wird deshalb für etwa 14 Tage ein Nadelöhr bleiben“, sagte Natz. Konkret heißt das: Stadteinwärts bleibt die Straße nach derzeitigem Stand noch das gesamte Wochenende zwischen der A100 und der Manfred-von-Richthofen-Straße gesperrt. Am Montag soll dann eine Fahrbahn freigegeben werden.

Die gebrochene Abwasserdruckleitung ist nach Angaben der Wasserbetriebe die älteste Berlins. Das gusseiserne Rohr wurde bereits 1876 verlegt. Grundsätzlich sei das Alter kein Problem, sagte Natz, allerdings leide das Material zunehmend unter den Erschütterungen durch den Straßenverkehr. Mittelfristig soll die Leitung aus der Kaiserzeit unter dem Tempelhofer Damm daher erneuert werden. Dann drohen monatelang starke Einschränkungen.

Über die aktuelle Lage informiert die Verkehrsmanagementzentrale Berlin auf ihrer Internetseite.