Havelland

Wenn die Assel aus der Wasserleitung kommt

Rund 10.000 Menschen sind in Brieselang (Kreis Havelland) von verunreinigtem Leitungswasser betroffen. Asseln, Algen und eine erhöhte Mineralienkonzentration wurden gefunden. Die Betroffenen ekeln sich - und das Gesundheitsamt versucht zu beruhigen.

Das Trinkwasser von Brieselang (Kreis Havelland) ist durch Wasserasseln, Algen und erhöhte Mineralienkonzentration beeinträchtigt. Was die Verunreinigungen verursacht hat, ist unklar.

Die Behörden vermuten, dass das Trinkwassernetz "an irgendeiner Stelle eine Verbindung mit Oberflächenwasser hat", teilte das Gesundheitsamt mit.

Experten vermuten ein Leck im örtlichen Rohrleitungssystem. Allerdings könne auch die illegale Anbindung einer Hauswasseranlage oder einer Zisterne die Ursache sein. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht Amtsarzt Erich Hedtke zufolge nicht. Keime und Bakterien seien noch nicht nachgewiesen worden. Dennoch empfiehlt das Amt, das Wasser vor dem Trinken vorsorglich abzukochen.

Betroffen sind etwa 10 000 Menschen. "Wir haben den Wasserversorger damit beauftragt, das Leitungsnetz zu spülen, zu chloren und nach den Ursachen zu forschen", sagt Hedtke. Der Versorger, der Wasser- und Abwasserverband Havelland (WAH), konnte auf Nachfrage dieser Zeitung keinen Zwischenstand bei der Fehlersuche mitteilen.

Klagen darüber, dass die Verwaltung, öffentliche Einrichtungen wie Kitas und auch die Privathaushalte zu spät informiert worden seien, weist Amtsarzt Hedtke zurück: Sämtliche Trinkwasserbrunnen würden regelmäßig untersucht, nach Hinweisen fänden weitere Untersuchungen statt.

Frühestens für Mitte nächster Woche rechnet das Gesundheitsamt damit, dass die Verunreinigungen "minimiert oder sogar ganz beseitigt" sein könnten - vorausgesetzt, die Ursache wurde bis dahin gefunden.