Stadtautobahn

Grüne befürchten Verkehrschaos auf der A100

Rund um die Elsenbrücke in Friedrichshain und Treptow sollen im Falle einer A100-Verlängerung laut einer Studie Dauerstaus entstehen. Angrenzende Wohngebiete wären dann von Lärm und Schmutz betroffen.

Foto: Frank Lehmann

Die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A100 wird rund um die Elsenbrücke über die Spree ein Verkehrschaos anrichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Verkehrs-Studie, die Franz Schulz, grüner Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg am Donnerstag vorgestellt hat. Das vom Büro Durth Roos Consulting aus Darmstadt erstellte Gutachten prognostiziert an Kreuzungen rund um den geplanten Endpunkt der Autobahn an der Elsenbrücke „extreme Wartezeiten“.

Die Gutachter kamen bei ihrer Verkehrsanalyse zu dem Ergebnis, dass die Leistungsfähigkeit des Straßenzuges Am Treptower Park, Elsenstraße und Stralauer Allee in den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs ( 8-9 Uhr und 16-18 Uhr) nicht ausreichen wird. Zu 250 Meter langen Rückstaus – das entspricht einer Wartezeit von vier Minuten – kommt es nach den Berechnungen der Wissenschaftler im Kreuzungsbereich Elsenstraße in Fahrtrichtung Am Treptower Park. Sogar noch länger stauen sich die Autos im Berufsverkehr demnach auf der Elsenbrücke in Richtung Stralauer Allee. 300 Meter lang soll die Autoschlange hier sein – das entspricht einer Wartezeit von viereinhalb Minuten und damit exakt drei Ampelphasen. Auf „nur“ 200 Metern stauen sich laut Studie zudem die Autofahrer auf dem Markgrafendamm in Richtung Elsenbrücke sowie die Fahrer auf der Straße Alt-Stralau in Richtung Elsenstraße.

„Die beängstigenden Fakten liegen nun auf dem Tisch: Der Dauerstau wird die angrenzenden Wohngebiete mit Autos, Lärm und Abgasen verstopfen“, sagt Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne).

Der Bezirk hat gemeinsam mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Klage beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen die geplante Verlängerung eingereicht. Die Ergebnisse der Studie will Bezirksbürgermeister Franz Schulz vor Gericht als Beweismittel vorbringen.