Wasserschaden

Leck im Feuerbachtunnel bleibt ein Mysterium

Seit fast einer Woche läuft Wasser in den Tunnel an der Feuerbachstraße an der A103 in Steglitz. Und noch immer können die Experten keine Ursache finden. Allerlei technischer Aufwand brachte nur die Erkenntnis, woran es nicht liegt. Und an wem nicht.

Foto: Christian Kielmann

Stille liegt am Donnerstagmorgen über der Feuerbach-Brücke. Was fehlt, ist das monotone Rauschen von der Stadtautobahn A103. Nur das Quietschen der S-Bahn, die in den Bahnhof Feuerbachstraße einfährt, ist zu hören. Die Westtangente Richtung Süden ist komplett gesperrt. In der Ferne stauen sich die Autos vor der letzten Ausfahrt Saarstraße. Richtung Norden sind nur wenige Autos auf der einen Fahrspur unterwegs. Am Donnerstagnachmittag wurde in jeder Fahrtrichtung wieder eine von drei Spuren freigegeben. Mehr als Tempo 20 ist aus Sicherheitsgründen aber nicht erlaubt.

So geht das nun schon den fünften Tag. Seit Sonntag läuft im Feuerbachtunnel unter der Brücke Wasser auf die Fahrbahn. Das Wasser bricht durch die Tunneldecke herein und verwandelt die Fahrspuren in Sekundenschnelle in einen Eisspiegel. Wo das Wasser herkommt, ist aber immer noch ein Rätsel.

Vom ersten Tag an sind Experten von den Wasserbetrieben und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf der Suche nach der Ursache. Alles Mögliche haben sie unternommen: eine dicke Hauptleitung mit sogenannten intelligenten Horchern untersucht, die Druckverhältnisse geprüft, Wasserproben ins Labor geschickt und die Straße aufgefräst auf der Suche nach alten Leitungen, die nicht mehr in den Plänen erfasst sind. Bislang habe immer nur festgestellt werden können, woran es nicht liege, sagt Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe.

Sicher sei schon einmal, dass es nicht am Hauptrohr liege. Alle Hoffnungen ruhten nun auf der Auswertung der Laborproben. Die sollen bis Freitagmittag vorliegen und Aufschluss darüber geben, ob es sich um Grundwasser handelt oder Abwasser. Zeitgleich zu der Analyse soll es eine Bodenprüfung am Tunnel geben. „Wir haben den starken Verdacht, dass es sich um Wasser handelt, das nicht versickert ist, sondern nach oben drückt“, sagt Stephan Natz. Aus diesem Grund würden rechts und links der Brücke Löcher ins Erdreich gebohrt, um den Boden auf seine Feuchtigkeit zu prüfen.

Der Bezirk schließt eine Schuld an dem Wassereinbruch nach wie vor aus. Zwar hat das Tiefbauamt in der Nähe der Brücke eine Baustelle, die kurzeitig auch unter Wasser stand. „Aber es gibt keinen Zusammenhang zwischen beiden Wassereinbrüchen“, versichert Tiefbauamtsleiter Martin Müller-Ettler. Und Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) betont: „Wir sind nicht verantwortlich.“

Für die Autofahrer bedeutet die lange Suche nach der Ursache, sich entweder weiterhin im Stau zu gedulden oder die Westtangente weiträumig zu umfahren. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kann die Strecke erst wieder komplett freigeben, wenn die Ursache für den Wasserschaden gefunden ist oder wenn die Temperaturen dauerhaft wieder im Plusbereich liegen, sodass das Wasser nicht mehr gefriert. Nach beidem sieht es im Moment nicht aus. Und so bleibt das Wasser im Feuerbachtunnel erst einmal ein Mysterium.