Ehrung

Platz am Kudamm soll Reagans Namen tragen

Im Streit um eine Ehrung des ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan ergreift die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf die Initiative. Sie möchte einen zentralen Platz umbenennen.

Die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf will auf Initiative ihres Baustadtrates Klaus-Dieter Gröhler den Joachimstaler Platz an der Ecke Kurfürstendamm/Joachimstaler Straße nach Ronald Reagan umbenennen. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in der Bezirksverordneten-Versammlung stellen. „Damit soll eine würdige Ehrung des 40. US-Präsidenten aus Anlass seines 100. Geburtstages ermöglicht werden“, sagte Gröhler am Dienstag. Parlamentspräsident Walter Momper (SPD) hatte am Montag auf die Zuständigkeit der Bezirke verwiesen. Zusammen mit dem US-Botschafter Philip D. Murphy hatte er zwei Kränze in der Ahnengalerie des Abgeordnetenhauses zu Ehren des 100. Geburtstages Reagans am 6. Februar niedergelegt.

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat in der Debatte den Berliner Senat scharf für dessen Haltung zum früheren US-Präsidenten Ronald Reagan angegriffen. Es sei beschämend, „dass ein zwischen Dummheit und Ideologisierung taumelnder Berliner Senat es nicht einmal für nötig befunden hat, 100 Jahre Ronald Reagan zu feiern“, sagte der CSU-Politiker am Dienstagabend in einer Rede über die deutsch-amerikanischen Beziehungen in Frankfurt am Main. Er schlug vor, eine Plakette am Brandenburger Tor anzubringen, die an die Rede Reagans vor 24 Jahren erinnere. Ronald Reagan hatte zur 750-Jahr-Feier Berlins den damaligen russischen Präsidenten Michail Gorbatschow aufgefordert, die Mauer zu öffnen und sich dem Westen anzunähern.

Der ehemalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) widersprach derweil Aussagen, der Berliner Senat sei anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins entschieden gegen eine Rede des damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan vor dem Brandenburger Tor gewesen. Der damalige US-Botschafter in Deutschland, Richard Burt, hatte entsprechende Äußerungen in einem Interview mit der Berliner Morgenpost gemacht. „Soweit er den Senat meint, muss Herr Burt in seiner Erinnerung einiges durcheinanderbringen“, sagte Diepgen am Dienstag. „Kontrovers wurde mit den Amerikanern der Ort einer öffentlichen Rede diskutiert.“ Wegen der erwarteten Gegendemonstrationen habe der Senat Sicherheitsbedenken gegen die Rede direkt vor dem Brandenburger Tor vorgebracht, erinnert sich dagegen Diepgen. Als „Unsinn“ bezeichnete Diepgen Behauptungen Burts, dem Senat sei die Forderung nach dem Abriss der Mauer ungelegen gekommen.

Im Gegenteil: „Der Senat wurde damals aber von vielen heftig kritisiert, weil er an dem Ziel der Einheit der Deutschen Nation festhielt und ich zum Beispiel beim Auftakt zur 750-Jahr-Feier der Stadt von meinem Traum sprach, mit meinen Kindern ungehindert durch das Brandenburger Tor zu spazieren“, sagte Diepgen.