Lärmbelästigung

Senat lehnt Deckel für die Avus ab

Anwohner setzen sich für einen besseren Lärmschutz an der Berliner Avus im Bereich Nikolassee ein. Doch außer Schallschutzfenstern hat der Senat nicht viel zu bieten.

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Der Senat hat eine Abdeckung oder andere aktive Lärmschutzmaßnahmen an der Avus (A115) in Nikolassee (Zehlendorf) abgelehnt. „Aus heutiger Sicht erscheint eine teilweise oder gar vollständige Abdeckelung der Avus im Bereich Nikolassee unrealistisch“, schreibt Verkehrsstaatssekretärin Maria Krautzberger in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CDU. Anwohner hatten zuvor entsprechende Forderungen erhoben, weil sie besser gegen den Dauerlärm auf der stark genutzten Stadtautobahn geschützt werden wollen. Bislang bietet die Senatsverkehrsverwaltung den betroffenen Hauseigentümern nur passive Maßnahmen wie den Einbau von Schallschutzfenstern an.

Die Ablehnung aktiver Lärmschutzmaßnehmen begründet die Behörde insbesondere mit den Kosten von rund 24 Millionen Euro, die beim Bau eines Tunnels oder einer Einhausung auf einer Länge von 350 Metern entstehen würden. Diese Aufwendungen seien im Verhältnis zur Anzahl der von einer Überschreitung der Lärmgrenzwerte Betroffenen nicht zu rechtfertigen, schreibt Krautzberger. Allerdings kündigte sie auch ein neues Gutachten zur Lärmemission für den Bereich Borussenstraße, Münchowstraße und Paul-Krause-Straße in Nikolassee an, das jedoch erstellt werden soll, wenn die Pläne der Deutschen Bahn für die Sanierung der Gleise in dem Bereich feststehen. Zudem will der Senat auch prüfen, ob zwecks Lärmschutzes die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf dem 1,1 Kilometer langen Avus-Abschnitt zwischen der Abfahrt Spanische Allee und der Stadtgrenze auf 60 Stundenkilometer reduziert werden sollte.

Im Frühjahr will der Senat mit der grundhaften Sanierung der Avus beginnen. Zunächst wird nur der Abschnitt zwischen dem Dreieck Funkturm und der Abfahrt Spanische Allee erneuert. Der genaue Baubeginn steht noch nicht fest, die Arbeiten sollen aber fast drei Jahre dauern. Vorab hat der Senat bereits den Einbau des sogenannten Flüsterasphalts abgelehnt, mit dem die Lärmbelastung gleichfalls gesenkt werden kann. Begründet wird dies mit der im Vergleich geringeren Haltbarkeit dieses Straßenbelags.