Geöffnete Geschäfte

Berliner genießen erstes Sonntags-Shopping

Der erste verkaufsoffene Sonntag in diesem Jahr hat dem Berliner Einzelhandel volle Läden und gute Geschäfte beschert. Einen größeren Ansturm als erwartet vermeldeten die großen Kaufhäuser.

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Berlins Einzelhändler haben am Sonntag anlässlich der Grünen Woche zum ersten verkaufsoffenen Sonntag geladen. Er brachte ihnen volle Läden und gute Geschäfte. Einen größeren Ansturm als erwartet vermeldeten die großen Kaufhäuser. Ganz oben auf der Einkaufsliste der Kunden stand heruntergesetzte Winterkleidung.

Einen Zuwachs im Vergleich zum ersten Shopping-Sonntag 2010 vermeldete Detlef Steffens, Geschäftsführer des Kaufhof am Alexanderplatz, bereits im Laufe des Nachmittags. An dem Anstieg der Stundenumsätze des Traditionshauses dürften auch die Touristen ihren Anteil haben. „Sonst machen diese etwa 30 Prozent unserer Kunden aus, an den Sonntagen sind es aber sicherlich mehr“, sagte Steffens. „Wir profitieren ganz klar von den Besuchern der Grünen Woche“, war auch Marcus Eggers, Centermanager der Potsdamer Platz Arkaden, überzeugt. Die Messe hatte den Anlass für den ersten von insgesamt acht durch den Senat festgelegten verkaufsoffenen Sonntagen in diesem Jahr geboten. Zwei weitere Sonntage dürfen die Unternehmen frei wählen. Gestern öffneten nach Angaben des Einzelhandelsverbandes etwa 3000 Läden.

Genutzt wurde diese gesetzlichen Regelung nicht zuletzt von Textilgeschäfte, die mit Angeboten im Rahmen des Winterschlussverkaufs lockten. Großen Andrang schon mit Öffnung der Türen um 13 Uhr gab es bei C&A am Kurfürstendamm. Dort hatten große Kaufhäuser wie Karstadt oder das KaDeWe auf den zusätzlichen Verkaufstag im Januar verzichtet. Andere, wie die Galeries Lafayettes in der Friedrichstraße, konnten davon möglicherweise profitieren, vermutet Marketingmanagerin Joahir Ofmann: „Hier war heute richtig viel zu tun.“ Aber auch außerhalb der City, wie an der Schloßstraße in Steglitz, zeigten sich die Händler zufrieden. Nach einem verhaltenen Start habe sich „ein richtig starker Sonntagsverkauf“ entwickelt, sagte Oliver Mohr, Centermanager der Shoppingmall "Das Schloß".

Positive Bilanz zog am Sonntag auch die Messe Berlin zum Abschluss der Grünen Woche. Mit 415.000 Besuchern, darunter über 100.000 Fachbesucher, sei die Attraktivität der weltgrößten Agrarschau gegenüber dem Vorjahr noch einmal gesteigert worden, so Pressesprecher Wolfgang Rogall. 50 bis 60 Prozent der Besucher kamen aus Berlin und Brandenburg. Zuwächse vermeldet die Verbrauchermesse auch beim Umsatz: 45 Millionen Euro gaben die Messebesucher insgesamt für den Verzehr vor Ort sowie Bestellungen aus. Das sind durchschnittlich 110 Euro pro Besucher. Der Kaufkraftzuwachs für Gastronomie, Übernachtungsbetriebe, Handel und Dienstleister in Berlin durch auswärtige Messegäste und Aussteller wird auf rund 150 Millionen Euro geschätzt.