Angezündete Autos

Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter geplatzt

Die Ermittlungen gegen die Brandstifter, die in Berlin seit Monaten immer wieder Autos anzünden, haben einen herben Rückschlag erlitten. Vor dem Berliner Landgericht platzte am Freitag der Prozess gegen einen 23-jährigen Tatverdächtigen. Das Gericht will einen neuen Termin ansetzen, wenn ein weiteres Gutachten vorliegt. Der Angeklagte bleibt auf freiem Fuß.

Der Prozess gegen einen mutmaßlichen Autobrandstifter ist am Freitag am Berliner Landgericht überraschend geplatzt. Das Verfahren gegen den 23-Jährigen wurde ausgesetzt, weil ein neues schriftliches Gutachten erstellt wird. Darin sollen erneut die Anhaftung von Lampenölspuren an Kleidung und Händen des Angeklagten sowie mögliche Spuren der Substanz im Brandschutt des Pkw untersucht werden.

Dem Gericht zufolge waren die Angaben des Brandexperten im Verfahren „nicht vollständig überzeugend und zum Teil widersprüchlich“. Die Aussage des Experten hatte zur Aufhebung des Haftbefehls gegen den Angeklagten geführt, der seit Mitte Juli in Untersuchungshaft saß.

Derzeit sehe sich das Gericht nicht in der Lage, alle chemischen Prozesse umfassend zu verstehen, hieß es zur Begründung. Im Interesse der Sachaufklärung müsse der Prozess zur Erstellung eines neuen Gutachtens ausgesetzt werden. Das Gericht folgte damit einem Antrag des Staatsanwalts. Ein neuer Prozesstermin steht noch nicht fest. Der Angeklagte bleibt auf freiem Fuß.

Dem Angeklagten, der der linken Szene angehören soll, wird vorgeworfen, im Juni gemeinsam mit einem Komplizen einen Mittelklassewagen in der Pettenkoferstraße in Friedrichshain in Brand gesetzt zu haben. Durch das Feuer wurden Stoßstange, Kühlergrill und Teile des Motorraumes sowie ein angrenzend parkendes Fahrzeug beschädigt. Der Angeklagte und sein Mittäter wurden damals in unmittelbarer Nähe zum Brandort festgenommen. Gegen den mutmaßlichen Komplizen wird gesondert verhandelt.