Immobilien

Berlin verkauft Grundstücke in bester City-Lage

Der Berliner Liegenschaftsfonds sucht Käufer für ein kleines Stück feinster Berliner Innenstadtlage. Deshalb werden für die Areale in Mitte "Liebhaberpreise in beträchtlicher Höhe" erwartet.

Mit 4800 Quadratmetern ist das Baugrundstück, für das der Berliner Liegenschaftsfonds auf der Expo Real, der internationalen Immobilienmesse in München, ab kommendem Montag einen Käufer sucht, relativ klein. Dennoch verspricht sich Holger Lippmann, Chef des Berliner Liegenschaftsfonds, gerade von diesem kleinen Areal sensationelle Ergebnisse. "Zum Verkauf steht hier ein kleines Stück feinster Berliner Innenstadtlage. Deshalb erwarten wir Liebhaberpreise in beträchtlicher Höhe", sagt Lippmann. Ebenfalls im Gepäck hat Berlins oberster Immobilienmakler Top-Grundstücke an der Kastanienallee in Prenzlauer Berg, an der Chausseestraße und der Krausenstraße in Mitte sowie an der Fischerhüttenstraße in Zehlendorf und in Berlin-Buch.

Für die sieben Baufelder an der Niederlagstraße, zwischen Schinkelplatz und Friedrichswerderscher Kirche, erwartet Lippmann dabei die spannendste Bieterschlacht. Das Areal, für das bereits ein Bebauungsplan vorliegt, liegen bereits knapp 40 Vorbestellungen vor. "Da es jedoch bis Anfang dieses Jahres gedauert hat, alle Restitutionsansprüche zu klären, mussten wir die Interessenten so lange vertrösten. Die exklusiven Baufelder in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloßplatz und zur Berliner Museumsinsel sind jeweils zwischen acht und 16 Meter breit und 40 Meter lang. Den Planungen zufolge kann jedes davon mit zwei bis drei Stadtvillen bebaut werden. Da bedeutet, dass mindestens 15 Stadthäuser mit 80 Wohnungen und 20 Ladeneinheiten gebaut werden können. Höchstpreise erwartet Lippmann auch, weil die Immobilienkrise offenbar überwunden ist: Wir haben in diesem Jahr bereits 362 Verträge mit einem Gesamtwert von 111 Millionen Euro beurkundet", so Lippmann. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 100 Millionen, die sich zudem auf 492 Verträge verteilten. "Die Investoren trauen sich wieder an größere Projekte", lautet deshalb Lippmanns Prognose. Und während im Vorjahr fast ausschließlich deutsche Käufer in Berlin auf Einkaufstour gingen, tummelten sich jetzt auch wieder internationale Fonds auf dem Markt.

Die kommen jetzt jedoch nicht mehr aus Westeuropa und Amerika, wie noch zu den Boomzeiten 2006/2008, sondern vor allem aus dem osteuropäischen Ausland. "Besonders die Russen haben Anlagebedarf", sagt Lippmann. Nicht mit im Gepäck hat Lippmann das Areal um den Blumengroßmarkt an der Friedrichstraße in Kreuzberg. "Die vier Baufelder mit rund 14000 Quadratmetern Grundfläche werden wir zwar vermarkten", sagt Lippmann. Doch diese Areale sollen nicht an den Meistbietenden, sondern an Projektgruppen gehen, die das beste Konzept vorlegen. Gesucht werden hier Ideen für einen Mix aus Kunst, Kultur, Gewerbe und Wohnen.

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