Bauprojekt

Friedrichshagen beherbergt preußische Kulturschätze

Am Ostrand der Stadt in Berlin-Friedrichshagen entsteht eine neue Speicherstadt mit Magazinen, Depots und Werkstätten für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Sie soll künftig die zentral gelegenen Standorte der Museen und Bibliotheken entlasten.

Foto: bbr

Auftakt für die neue Speicherstadt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist am 2. September. Dann wird der Grundstein für ein neues Magazingebäude in Friedrichshagen (Treptow-Köpenick) gelegt. Es soll Bestände der Staatsbibliothek, des Ibero-Amerikanischen Instituts und des Bildarchivs aufnehmen. Die Gesamtbaukosten sind mit 84,7 Millionen Euro beziffert.

Der Münchener Architekt Eberhard Wimmer hat das Gebäude mit Stahlbetonskelett geplant. Im ersten Bauabschnitt bis 2011 wird Platz für sechs Millionen Schriften geschaffen. Das Magazin nimmt vor allem Zeitungen, Bücher und Mikrofilme auf, die derzeit im Westhafen ausgelagert sind. Im Friedrichshagener Gebäude lagern sie bei einer Temperatur von 18 Grad in voll klimatisierten Räumen. Auf vier Ebenen haben Rollregale mit insgesamt 36.000 Regalmetern Länge Platz. Über eine Buchtransportanlage und per Lkw werden Bücher und Schriften an die Standorte der Bibliothek Unter den Linden und Potsdamer Straße ausgeliefert.

Die Kapazität des Hauses in Friedrichshagen wird noch erweitert. Bis 2035 soll ein zweiter Bauabschnitt ausgeführt werden, bis 2060 ein dritter. Dann wird das Gebäude Platz für zwölf Millionen Bände haben.

Hintergrund des Neubaus ist, dass der Bestand der Staatsbibliothek jährlich um etwa 120.000 Bände wächst und die etwa derzeit vorhandenen Kapazitäten 2010 ausgelastet sein werden. Im Magazin stehen der Staatsbibliothek etwa 32.000 Quadratmeter zur Verfügung und dem Ibero-Amerikanischen Institut 8000 Quadratmeter. Das Bildarchiv bekommt eine Fläche von 3000 Quadratmetern, auf der moderne Arbeitsplätze für Konservierung und Restaurierung eingerichtet werden.

Das Grundstück liegt im sogenannten Hirschgartendreieck zwischen Müggelseedamm und Fürstenwalder Damm. Es ist 123.000 Quadratmeter groß und gehört dem Bund. Zur DDR-Zeit arbeitete auf dem Gelände das Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung. Die alten Bauten sind abgerissen. Neben dem Büchermagazin will die Stiftung einen weiteren Neubau mit einer Nutzfläche von 50.000 Quadratmetern auf dem großen Gelände errichten.

Er wird nach Plänen des Büros AV1 Architekten aus Kaiserslautern gebaut und soll Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen aufnehmen, die bislang auf verschiedene Standorte in der Stadt verteilt sind. Von Mai 2011 bis Juli 2013 soll der erste Bauabschnitt realisiert werden. Die Kosten betragen etwa 48 Millionen Euro. 2014 ziehen die Studiensammlungen des Ethnologischen Museums aus Dahlem nach Friedrichshagen.

Außerdem sollen im Zuge des Masterplans Museumsinsel auch Depots und Werkstätten aus dem Pergamonmuseum und dem Alten Museum nach Friedrichshagen kommen. Dort ist ein zweiter Bauabschnitt vorgesehen, der voraussichtlich um das Jahr 2020 realisiert wird. Die Kosten sind nach Angaben der Stiftung noch nicht näher beziffert.