Bauprojekt

Speicher für Kulturschätze feiert Richtfest

Ende 2011 soll das neue Speichermagazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Friedrichshagen fertig sein. Für den ersten Bauabschnitt wurde am Donnerstag Richtfest gefeiert. In dem Gebäude sollen demnächst Bestände gelagert werden, die in den Standorten in der Innenstadt nicht täglich gebraucht werden.

Foto: bbr

Für den ersten Bauabschnitt des neuen Speichermagazins der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) im Berliner Ortsteil Friedrichshagen ist am Donnerstag Richtfest gefeiert worden. Dort sollen auf 21.200 Quadratmeter Fläche Bestände der Staatsbibliothek zu Berlin, des Ibero-Amerikanischen Instituts und der bpk – Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte untergebracht werden, so eine Sprecherin. Ende 2011 werde das Gebäude an die Nutzer übergeben. Der Münchner Architekt Eberhard Wimmer hat den Bau als Stahlbetonkonstruktion mit begrüntem Flachdach geplant.

Mit der Verlagerung „von platzintensiven und nicht täglich nachgefragten Beständen“ in das neue Speichermagazin könnten die innerstädtischen Hauptstandorte der Einrichtungen deutlich entlastet werden, sagte SPK-Präsident Hermann Parzinger. Hintergrund ist, dass der Bestand der Staatsbibliothek jährlich um etwa 120.000 Bände wächst und die etwa derzeit vorhandenen Kapazitäten 2010 ausgelastet sein werden. Im Magazin stehen der Staatsbibliothek etwa 32.000 Quadratmeter zur Verfügung und dem Ibero-Amerikanischen Institut 8000 Quadratmeter. Das Bildarchiv bekommt eine Fläche von 3000 Quadratmetern, auf der moderne Arbeitsplätze für Konservierung und Restaurierung eingerichtet werden.

Entsprechend der langfristig angelegten Planung wird das Speichermagazin in drei Bauabschnitten errichtet. Der erste Abschnitt des viergeschossigen Gebäudes wird Platz für etwa sechs Millionen Bände bieten. Die Baukosten betragen 84,7 Millionen Euro. Zwei weitere Abschnitte werden bis zum Jahr 2060 Fläche und Speicherkapazität des Magazins verdoppeln. Der Bau liege im Kosten- und Zeitplan.

Der Öffentlichkeit steht der dort aufbewahrte Bestand auch weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung, wie es hieß. Täglich werden angeforderte Dokumente per LKW zur Ausleihe in die zentralen Standorte der drei Einrichtungen gebracht. Darüber hinaus werden zunehmend mehr Materialien in elektronischer Form verfügbar sein.

Auf dem Gelände der künftigen Speicherstadt Friedrichshagen wird in den nächsten Jahren auch ein Neubau für Depots und Werkstätten der Staatlichen Museen zu Berlin errichtet. Der erste Abschnitt dieses ebenfalls in Modulen geplanten Baus soll 2015 fertig sein.