Verena Becker

Anklage gegen Ex-RAF-Terroristin erhoben

Generalbundesanwalt Siegfried Buback wurde vor rund 23 Jahren durch die RAF ermordet. Daran beteiligt gewesen sein soll auch die in Berlin lebende Verena Becker, so sieht es die Bundesanwaltschaft – und will Becker nun zur Verantwortung ziehen.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat beim Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker erhoben. Wie die Behörde am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, geht sie von einer Mittäterschaft der 57-Jährigen bei der Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und seiner beiden Begleiter im Jahr 1977 aus. Weiter Details könnten erst nach Zustellung der Anklageschrift genannt werden, sagte ein Sprecher.

Die Bundesanwaltschaft hat seit April 2008 erneut gegen Becker wegen einer möglichen Beteiligung am Buback-Attentat ermittelt. Im August 2009 wurde sie in Berlin verhaftet und kam in Untersuchungshaft, wurde aber einen Tag vor dem Heiligen Abend aus diese Haft im Frauengefängnis Pankow entlassen. Becker hatte eine Beschwerde gegen den sie bestehenden Haftbefehl eingelegt. Der 3. Strafsenat des BGH hält Becker zwar der Beihilfe zum Mord an Generalbundesanwalt Siegfried Buback und zwei seiner Begleiter im April 1977 für dringend verdächtig, sieht aber die Anordnung für die Untersuchungshaft nicht mehr für zwingend erforderlich an, hieß es damals.

Die Indizien, die gegen Verana Becker sprechen sind unter anderem Briefmarken, die sich auf den Bekennerschreiben befanden und an denen mittels neuer technischer Möglichkeiten DNA von Becker nachgewiesen wurde. Es gibt aber bislang keine Belege dafür, dass sich die Beschuldigte am Tatort aufgehalten oder gar geschossen hat.

( dpa/sh )