Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker war einem DNA-Gutachten zufolge wahrscheinlich nicht an dem Attentat an Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 beteiligt. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, stammen DNA-Spuren, die nach dem Mord gefunden worden waren, definitiv nicht von Becker.


Dabei geht es um sogenannte Mischspuren, die in einem Motorradhandschuh, in einem Helm neben dem Tat-Motorrad sowie in einer Motorradjacke im Fluchtauto gefunden worden waren. Nach dem Gutachten des Bundeskriminalamts sei Becker als Mitverursacherin der Spuren ausgeschlossen.


Nach den vorherigen Untersuchungen der drei Spuren war eine Frau als Miturheberin nicht auszuschließen gewesen. Deshalb hatte die Bundesanwaltschaft Anfang Juni 2008 ein neues Ermittlungsverfahren gegen die 55-jährige Becker eingeleitet, um von ihr eine DNA-Probe nehmen zu können.


Becker war einen Monat nach dem Mord an Buback und seinen beiden Begleitern zusammen mit Günter Sonnenberg, einem der Buback-Attentäter, im süddeutschen Singen festgenommen worden - im Besitz der Tatwaffe. Ein Ermittlungsverfahren gegen sie war Anfang der 80er-Jahre eingestellt worden.


Der Sohn des damaligen Opfers, Michael Buback, hatte aber immer wieder Verena Becker als mögliche Mörderin genannt. "Ich habe der Generalbundesanwältin bereits im April 2007 mitgeteilt, dass (...) gegen Frau Becker ermittelt werden müsste und habe das auch begründet“, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.


Becker war wegen der Schießerei bei ihrer Festnahme zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 1989 wurde sie begnadigt.

dpa/ddp/cn