Alte Fischerhütte

Schlachtensee-Anrainer leiden unter Parkplatz-Chaos

Das Ausflugslokal Alte Fischerhütte am Schlachtensee zieht im Sommer Scharen von Besuchern an. Sitzplätze gibt es ausreichend, doch die Parkmöglichkeiten sind begrenzt. Regelmäßig bringen Falschparker die Anwohner auf die Palme. Lösungsvorschläge gibt es einige.

Foto: Michael Brunner

Platz genug gibt es im Ausflugslokal Alte Fischerhütte genug, allein 500 Sitzplätze sind es im Biergarten, 200 im Restaurant. Woran es mangelt, sind Parkplätze. Autofahrer verstopfen regelmäßig am Wochenende die kleinen Anwohnerstraßen auf der Suche nach einem Stellplatz.

Weil sich die Lage immer mehr zuspitzte, hat eine Bürgerinitiative ein Verkehrskonzept vom Bezirk gefordert. Das wurde kürzlich von Verkehrsstadträtin Barbara Loth (SPD) in einer Anwohnerversammlung im Rathaus Zehlendorf vorgestellt und von den meisten der etwa 200 Zuhörer heftig kritisiert.

Das neue Verkehrskonzept sieht zum einen eine Veränderung der Parkregelung vor. So soll im Elvirasteig nicht mehr an beiden Seiten, sondern auf einer Seite schräg zum Bürgersteig geparkt werden. „Dadurch entstehen etwa 25 neue Parkplätze“, heißt es aus dem Büro der Stadträtin. Außerdem soll eine Einbahnstraßenregelung für einen besseren Verkehrsfluss sorgen. „Der Vorschlag der Verwaltung führt dazu, dass noch mehr Verkehr in das Ausflugsgebiet hineingezogen wird“, sagt Anwohner Werner Plumbaum. Dabei gebe es eine hervorragende Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel. „Der Berliner sollte mit der U-Bahn kommen und 300 Meter laufen.“

Rechtsanwalt Volker Heinz, selbst Anwohner, vertritt die Bürgerinitiative. „Das Verkehrskonzept geht nicht an die Wurzeln – die Überdimensionierung der Fischerhütte –, sondern es lindert nur die Symptome“, sagt Heinz. Das Problem sei, dass die vorhandenen Parkplätze den Verkehr nicht aufnehmen könnten, was zur Folge habe, dass immer wieder die Polizei gerufen werden müsse, um Autos in Einfahrten abschleppen zu lassen. Er sieht nur eine Lösung: Es müssten mehr Parkplätze geschaffen werden. Dem stimmt auch Immobilienmakler Ulrich Gloza zu. „Am Wochenende ist der Verkehr extrem“, sagt Gloza. Für die Anwohner stelle das eine enorme Beeinträchtigung dar.

Unterstützung erhalten die Anwohner unter anderen von dem CDU-Abgeordneten Michael Braun. „Was der Bezirk jetzt vorgestellt hat, ist kein Verkehrskonzept“, sagt Braun. Denn die Vorschläge könnten nicht dazu beitragen, die Situation zu entspannen. Höchstens fünf weitere Parkplätze, so seine Kenntnis, könnten durch das schräge Parken im Elvirasteig gewonnen werden, dafür führe das Konzept zu einem zusätzlichen Suchverkehr. Seiner Meinung nach müsste das Konzept viel weiträumiger gefasst werden und die Fischerhüttenstraße und den Mexikoplatz einbeziehen. Eine Verkehrsberuhigung mit Tempo 30 hält Braun in dieser Gegend für selbstverständlich. Außerdem sollte der Busverkehr mit den Kaffeefahrten aus diesem Bereich herausgehalten werden. Letztendlich könnten auch die Ausflügler ihren Beitrag leisten: „Wer spazieren gehen will, kann auch von der Argentinischen Allee hinunterlaufen“, sagt Braun. Kritisch sieht auch Rolf Breidenbach, FDP-Fraktionschef in der Bezirksverordneten-Versammlung das vorgestellte Konzept: „Der Verkehr wird sich dadurch noch mehr auf die Nebenstraßen verlagern.“ Er schlägt vor, ein Gesamtkonzept bis zum Einkaufszentrum an der Breisgauer Straße zu erarbeiten.

Dass die Parkplätze rund um die Fischerhütte nicht ausreichen, beklagt auch die Restaurantleiterin der Alten Fischerhütte. Zirka 50 bis 60 Parkplätze stellt die Ausflugsgaststätte auf einem privaten Teil des Fischerhüttenwegs zu Verfügung. Sonnabend und Sonntag nutzten aber nicht nur Gäste diese Parkplätze, sondern auch Jogger und Spaziergänger. Stadträtin Barbara Loth will das Verkehrskonzept noch einmal überarbeiten lassen.

Gasthaus „Fischerhütte“, Fischerhüttenstraße 136, Tel.: 80498310, Biergarten täglich ab 9 Uhr geöffnet bis 24 Uhr. Zu erreichen u.a. mit der U-Bahn-Linie 3, Station Krumme Lanke.