Wartungschaos

Senat prüft Ausstieg aus S-Bahn-Vertrag

Auch diese Woche hat mit einen Chaos im S-Bahn-Verkehr begonnen. Auf vielen Strecken verkehren die Bahnen nur im 20-Minuten-Takt, auf zwei Linien überhaupt nicht. Verkehrssenatorin Junge-Reyer will den Verkehrsvertrag neu ausschreiben – fünf Jahre vor seinem Auslaufen.

Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) will das Berliner S-Bahnnetz für neue Betreiber ausschreiben. Der S- Bahn-Vertrag gelte zwar noch bis 2017. Berlin prüfe derzeit aber, ob der Vertrag vorzeitig beendet werden könne. „Wir werden dann Ende 2011, Anfang 2012, so wie ich das jetzt sehe, entscheiden, dass wir in die Ausschreibung gehen“, sagte die Senatorin dem RBB-Sender Radioeins. Es müsse aber sichergestellt werden, dass es wieder „eine hochqualifizierte Leistung“ gibt.

Die Qualität der S-Bahn sei zur Zeit „schlicht unter aller Kritik“, räumte Junge-Reyer ein. Allerdings müsse Berlin bei Ausfällen die Überweisungen an die S-Bahn entsprechend kürzen. „Was nicht gefahren wird, wird nicht bezahlt“. Wenn nun ein Drittel aller Züge nicht auf den Schienen sei, werde eben ein Drittel der Leistung abgezogen.

Auch zu Wochenbeginn müssen die Kunden wieder mit eingeschränktem S-Bahnverkehr rechnen. Seit Montag vor einer Woche dürfen rund 380 Wagen der S-Bahn nicht mehr eingesetzt werden. Ihre Räder müssen auf Anordnung des Eisenbahn-Bundesamtes geprüft werden. Dadurch fehlen der S-Bahn Züge. Die S 45 und die S 85 fallen erneut aus. Auf den Linien S 1, S 2, S 25, S 3 , S 5, S 75 und S 8 gilt weiterhin ein Zwanzig-Minuten-Takt. Die S 47 fährt nur verkürzt zwischen Schöneweide und Spindlersfeld. Planmäßig fahren die Ringbahn S 41/42, die S 7, S 8 und S 9.