Technikmuseum

Grzimeks Serengeti-Flugzeug in Berlin ausgestellt

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Reste von Grzimeks Zebra-Flieger in Berlin

Mit dem Film "Serengeti darf nicht sterben" wurde der Zoologe Bernhard Grzimek weltberühmt. Noch während der Dreharbeiten stürzte Sohn Michael mit dem Flugzeug ab. 50 Jahre nach dem tödlichen Unfall sind nun die Reste der Maschine mit dem Zebra-Muster im Berliner Technikmuseum zu sehen.

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Mit dem Film "Serengeti darf nicht sterben" wurde der Zoologe Bernhard Grzimek weltberühmt. Noch während der Dreharbeiten stürzte Sohn Michael mit dem Flugzeug ab. 50 Jahre nach dem tödlichen Unfall sind nun die Reste der Maschine mit dem Zebra-Muster im Berliner Technikmuseum zu sehen.

Die Überreste des legendären Serengeti-Zebraflugzeugs von Bernhard und Michael Grzimek sind seit Donnerstag im Deutschen Technikmuseum in Berlin zu sehen. Die Familie des Zoologen, der die Entscheidung für die Schau zunächst schwer fiel, kam zur Ausstellungseröffnung in die Hauptstadt.

Die Dornier Do 27 mit der auffälligen Zebra-Bemalung und der Kennung D-ENTE wurde vor 50 Jahren durch Grzimeks Film „Serengeti darf nicht sterben“ berühmt. Er wurde am 25. Juni 1959 im Berliner Ufa-Pavillon uraufgeführt und 1960 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

Atemberaubende Aufnahmen machten seinerzeit die Weltöffentlichkeit auf die zunehmende Gefährdung eines der letzten afrikanischen Tierparadiese aufmerksam. Am 10. Januar 1959, kurz vor Abschluss der Dreharbeiten in der Serengeti, verunglückte der erst 24 Jahre alte Sohn Michael Grzimek tödlich. Das Kameraflugzeug kollidierte mit einem Geier, stürzte ab und zerschellte am Boden.

Fast 50 Jahre lang lagen die Überreste des Flugzeugs in der Nähe des Ngorongoro-Kraters in Tansania. Heute sind nur noch etwa zehn Prozent der Maschine erhalten: ein Rumpfstück, ein Tragflächenteil und die Höhenflosse.

Das Technikmuseum hat die Überreste, die seit den 1980er-Jahren in der Garage einer Forschungsstation am Krater lagerten, 2008 mit Unterstützung der Lufthansa nach Berlin geholt. Die Teile wurden im Technikmuseum über einen Schattenriss, der die ursprüngliche Form und Größe der Maschine wiedergibt, positioniert.

Die Entscheidung, die Überreste öffentlich zu präsentieren, war den Grzimeks nicht leicht gefallen. Der Museumsmitarbeiter Heiko Trisch hatte vor gut zwei Jahren begonnen, Gespräche mit Witwe und Söhnen zu führen, um sie von der Idee einer Ausstellung zu überzeugen. „Wir haben uns erst gar nicht dazu entscheiden können. Es war schmerzlich, das Ganze nach 50 Jahren wieder neu aufleben zu lassen“, sagte Erika Grzimek in Berlin.

Sohn Christian ergänzte, dass der Familie der Gedanke zunächst „befremdlich“ erschien: „War es doch das Flugzeug, mit dem unser Vater ums Leben kam, unsere Mutter ihren geliebten Mann und unser Großvater seinen Sohn und besten Freund verlor.“ Inzwischen seien sie aber froh über die gelungene Ausstellung, die den beiden Forschern ein Denkmal setze. Mit ihrer Methode der Tierzählung vom Flugzeug aus legten Vater und Sohn den Grundstein für den modernen Natur- und Artenschutz.

Das Technikmuseum erweitert mit dieser Leihgabe seinen umfangreichen Sammlungsbestand zur deutschen Luftfahrtgeschichte nach 1950. Informationen über weitere „Fliegende Forscher“ sowie über die Dornier Do 27 – den ersten Flugzeugtyp, der in Deutschland nach Kriegsende in Großserie gefertigt wurde – runden die Ausstellung ab. Die Präsentation, die von der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt unterstützt wird, ist zunächst fünf Jahre lang zu sehen. „Wir hoffen, dass die Familie uns die Leihgabe auch darüber hinaus zur Verfügung stellt“, sagte eine Museumssprecherin.

( dpa/mim )