Verkehrsbetriebe

Neuer BVG-Chef wird eine Frau

Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum hat eine Nachfolgerin für den bisherigen BVG-Chef Andreas Sturmowski gefunden. Nach Informationen von Morgenpost Online soll Sigrid Evelyn Nikutta künftig Europas zweitgrößtes Nahverkehrsunternehmen führen.

Sigrid Evelyn Nikutta soll neue Chefin der Berliner Verkehrsbetriebe BVG werden. Die promovierte Psychologin und Pädagogin hat bislang keine Erfahrung in der Führung eines Personennahverkehrsbetriebs. Derzeit arbeitet die 41-Jährige als Vorstand der Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Schenker Rail, in Polen.

Sigrid Nikutta arbeitete bislang vorwiegend im Bereich Personalführung und Weiterbildung: von 1996 bis 2001 in Diensten der Deutschen Bahn, seit 2001 bei Schenker Rail. In den Vorstand des Unternehmens wurde sie Anfang 2010 berufen. Der BVG-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) soll auf einer Sondersitzung am 28. Mai über die Personalie entscheiden. Neben der Favoritin Nikutta soll es noch einen zweiten Kandidaten geben.

Der Senat sucht einen Nachfolger für Sturmowski, weil dessen im Oktober auslaufender Vertrag auf Betreiben von Finanzsenator Nußbaum nicht verlängert worden ist. Er war von SPD und Linkspartei dann dringlich aufgefordert worden, als Nachfolgerin eine Frau zu finden. Bevor Sturmowski 2005 nach Berlin kam, war er Chef der Nahverkehrsbetriebe in Hannover. Ihm werden vor allem umstrittene Finanztransaktionen (Risiko: 157 Millionen Euro) vorgehalten. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des angeblich zu teuren Umzugs der BVG-Zentrale. Der Umgang des Senats mit Sturmowski wird als nicht besonders fair bewertet, da fast alle umstrittenen Entscheidungen durch den früheren Aufsichtsratschef Thilo Sarrazin (SPD) bestätigt worden sind.

Nikutta würde die BVG in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation übernehmen. Das Unternehmen schloss das Geschäftsjahr 2009 mit einem Defizit von 65,8 Millionen Euro ab. Die Verschuldung beläuft sich mittlerweile auf gut 740 Millionen Euro.

( BMO/dpa )