Bahnhof Zoo

Berliner Riesenrad ein Fall für den Staatsanwalt

Die Berliner Justiz ermittelt gegen die Betreiber des am Zoo geplanten Riesenrades. Es soll dabei nach Angaben der RBB-Abendschau um Untreue und einen Schaden in Millionenhöhe gehen. Eine Münchner Kanzlei hatte das Verfahren ins Rollen gebracht.

Das geplante Riesenrad am Bahnhof Zoo ist ein Fall für die Berliner Justiz geworden. Das berichtete die RBB-Abendschau. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen drei Personen des verantwortlichen Unternehmens wegen Untreue ermittelt. Es geht um einen Schaden in Millionenhöhe. In einem Fall sei Geld an ein Unternehmen in die Karibik umgeleitet worden, das mit dem Berliner Großprojekt nichts zu tun habe. Außerdem geht es laut RBB um einen Servicevertrag mit einem Unternehmen in Singapur. Hier seien monatlich 40.000 Euro für eine Dienstleistung gezahlt worden, ohne dass ein Gegenwert erkennbar gewesen wäre.


Die Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen hatte Anfang des Monats Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Fonds wegen des Verdachts der Veruntreuung von Anlegergeldern erstattet. Zuvor hatte die Fondsgesellschaft angeboten, die 10.000 Anleger der Riesenrad-Projekte in Berlin, Peking und Orlando auszuzahlen. Sie sollten zumindest 85 Prozent ihres eingesetzten Kapitals im Dezember 2018 - wenn der Fonds endet - zurückerhalten. Wer so lange nicht warten wolle, erhalte 60 Prozent seines Geldes sofort zurück. Rendite oder Zinsen seien nicht vorgesehen. Die eingesammelten 208 Millionen Euro sind inzwischen ausgegeben.

Rechtsanwältin Katja Fohrer, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht in der Münchner Kanzlei Mattil & Kollegen, hatte den Anlegern geraten, sich darauf nicht einzulassen, sondern weiterhin auf volle Rückzahlung ihres Kapitals zu bestehen.

Der für Anfang 2009 geplante Bau auf früherem Zoo-Gelände hat noch nicht einmal begonnen.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.