"Palais Kolle Belle"

Feuer in Luxuswohnanlage - Polizei vermutet Anschlag

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S. Pletl und P. Oldenburger

Foto: Steffen Pletl

Erneut ist in Berlin ein Anschlag auf eine exklusive Wohnanlage verübt worden. Am Morgen des Ostermontags brannte es in der Tiefgarage des exklusiven Wohnprojektes "Palais Kolle Belle" am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg. Der Staatsschutz will ermitteln.

Über die Osterfeiertage hat sich die Serie nächtlicher Ausschreitungen in Berlin mit Brandstiftungen und Landfriedensbruch fortgesetzt. Am Montagmorgen haben unbekannte Täter in Prenzlauer Berg Feuer in einer Tiefgarage gelegt. Am Ostersonntag hatten Randalierer auf einer Kreuzung in Friedrichshain eine Barrikade errichtet und angezündet, später die Feuerwehr beim Löschen behindert. Und im Mauerpark in Prenzlauer Berg musste die Polizei in der Nacht zu Sonntag unter anderem wegen mehrerer Feuer einschreiten.

An der Kollwitzstraße waren am Ostermontag früh offenbar politisch motivierte Randalierer am Werk. Auf der Baustelle des exklusiven Wohnprojektes „Palais Kolle Belle“ an der Ecke Belforter Straße hatten Unbekannte kurz nach 7 Uhr Baumaterialien angezündet, die in der Tiefgarage gelagert waren. Die um 7.20 Uhr alarmierte Feuerwehr rückte mit vier Staffeln zum Löscheinsatz an. Menschen kamen nicht zu Schaden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen führt der Staatsschutz.

Auf dem Grundstück stand mal eine Wagenburg

Das Neubauprojekt im Szenekiez Kollwitzplatz wirbt mit "Palais Kolle Belle - der besten Adresse der Welt“. Ein romantisches Lebensgefühl soll in diesem Wohnprojekt an den Kollwitzplatz gebracht werden. Auf dem Grundstück wird seit zwei Jahren gebaut. Dort befand sich vor einigen Jahren für mehrere Wochen eine Wagenburg. Bei der Räumung des Geländes war es damals zu heftigen Ausschreitungen mit Linksextremisten gekommen.

In den vergangenen Monaten war es in Kreuzberg bereits mehrfach zu Angriffen auf das Projekt Car-Loft gekommen. Die Luxuswohnungen, die einen Stellplatz für das Auto auf der Wohnetage bieten – wurden attackiert. Zuletzt hatten Unbekannte vor etwas mehr als zwei Wochen eine Farbfalsche gegen das Haus geworfen. Kurz zuvor war eine Gehwegplatten an die Glasfassade des Gebäudes in der Liegnitzer Straße geworfen worden. Eine Fensterscheibe ging zu Bruch. Im Dezember 2008 waren nach einem Anschlag mit Steinen und Farbbeuteln bereits zwölf Scheiben zu Bruch gegangen

Illegales Osterfeuer im Mauerpark von Polizei beendet

Angriffe auf Beamte der Feuerwehr und der Polizei hatte es am frühen Sonntagmorgen auch in Friedrichshain gegeben. Etwa 70 Randalierer bauten gegen 5 Uhr auf der Kreuzung Rigaer Ecke Liebigstraße eine Barrikade auf und setzten sie in Brand. Als ein Löschwagen anrückte, wurden die Feuerwehrleute an der Brandbekämpfung gehindert. Unterdessen schafften einige Randalierer weiteres Brennmaterial heran. Die Polizei schritt mit 60 Beamten ein und drängte die Menschenmenge vom Einsatzort ab. Die Beamten wurden dabei mit Steinen und Flaschen beworfen. Laut Polizei gab es weder Festnahmen noch Verletzte. Wegen schweren Landfriedensbruchs wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Beamte einer Einsatzhundertschaft mussten bereits in der Nacht zu Sonntag im Mauerpark eingreifen. Die Polizei war zunächst gegen 21.30 Uhr gegen ein illegales Osterfeuer vorgegangen, drei Männer erhielten Platzverweise. An der Bernauer Straße wurden 17 Jugendliche dabei erwischt, wie sie gegen 22.40 Uhr Holzpaletten von einem Firmengelände stahlen. Kurz nach Mitternacht wurde ein 37-Jähriger festgenommen, der am Falkplatz einen Container angezündet hatte. Im Park selbst löschte die Polizei bis 2 Uhr drei weitere illegale Osterfeuer.