Linksextremismus

Erneut Anschläge auf Gebäude und Autos in Berlin

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In der Nacht zu Sonnabend wurden wieder Autos in Berlin durch Flammen beschädigt. Außerdem warfen Unbekannte Farbbeutel gegen eine Bankfiliale. Auch auf das Luxuswohnprojekt Carloft gab es erneut einen Angriff. Mindestens zwei der Übergriffe waren wohl politisch motiviert.

Die Serie von Straftaten mit vermutlich linksextremem Hintergrund in Berlin reißt nicht ab. Erneut zündeten in der Nacht zu Samstag Brandstifter zwei Autos in der Hauptstadt an. Gegen eine Deutsche-Bank-Filiale flogen Farbbeutel. Ein Mann wurde am Freitagabend festgenommen, nachdem er Fensterscheiben an dem Luxuswohnprojekt Carloft in Kreuzberg – das bereits mehrfach Ziel von Anschlägen war - beschädigt hatte. In diesem Fall geht die Polizei allerdings nicht von einem politischen Motiv aus.

In der Plauener Straße in Lichtenberg und in der Spessartstraße in Wilmersdorf standen in der Nacht zwei Autos in Flammen. Ein Passant entdeckte gegen 1.45 Uhr brennenden Abfall an einem Mercedes SLK auf dem Gelände eines Gebrauchtwagenhandels in der Plauener Straße und trat das Feuer aus. Das Fahrzeug wurde leicht beschädigt. Ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen übernommen.

Gegen 4.15 Uhr alarmierte dann ein Anwohner der Spessartstraße die Feuerwehr, nachdem er ein brennendes Auto entdeckt hatte. Die Einsatzkräfte löschten die Flammen an dem VW Touran. Zu dem Brand in Wilmersdorf ermittelt der Staatsschutz. Bei dem Feuer in Lichtenberg gehen die Ermittler nicht von einem politischen Hintergrund aus.

Am Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg entdeckte ein Passant kurz vor Mitternacht frische Farbspuren an einer Filiale der Deutschen Bank und rief die Polizei. Auch hier wurde der Staatsschutz eingeschaltet.

Ein Mitarbeiter eines Wachschutzes beobachtete zudem am Freitagabend gegen 21 Uhr, wie ein 50-Jähriger die Fenster an einem sogenannten Carloft in der Liegnitzer Straße in Kreuzberg beschädigte. Als der Wachschützer ihn stellen wollte, kam es zu einer Auseinandersetzung, bei der der betrunkene Täter verletzt wurde. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei nahm ihn fest. Der Staatsschutz ermittelt, von einer politisch motivierten Tat geht die Polizei nach eigenen Angaben aber nicht aus. Das Luxuswohnprojekt Carloft, mit Wohnungen, die einen Autostellplatz auf jeder Etage einschließen, war bereits mehrfach Ziel von politisch motivierten Übergriffen.

Bereits am Freitagmorgen hatten Linksextremisten Anschläge mit Farbbeuteln und Brandflaschen die Berliner Außenstelle des Bundeskriminalamtes verübt. Auch das Bundeskanzleramt war mit Farbbeuteln angegriffen worden. Auch Büros von zwei Bundestagsabgeordneten (SPD und CDU) wurden attackiert. In einem Bekennerschreiben richteten sich die mutmaßlichen Täter gegen die Klimapolitik und den Bundeswehreinsatz in Afghanistan.

Freitagfrüh brannte zudem ein Geländewagen in Neukölln. Gegen 8 Uhr kam der 23-jährige Fahrer des in der Mainzer Straße geparkten VW zu seinem Auto und stellte fest, dass eine Seitenscheibe eingeschlagen war. Der Fahrzeuginnenraum war teilweise verbrannt und rußgeschwärzt. Nach bisherigen Ermittlungen haben die Täter mittels einer brennbaren Substanz versucht, das Fahrzeug zu entzünden, im Vergleich zu den bisherigen Autobrandstiftungen in Berlin ist das ein eher untypisches Vorgehen. Der Brand in dem Wagen erlosch von selbst. Der Polizeiliche Staatsschutz hat auch in diesem Fall die Ermittlungen übernommen.

Durch Brandanschläge auf Autos sind in der Hauptstadt in diesem Jahr bereits weit mehr als 270 Fahrzeuge beschädigt worden.

( dpa/sh )