Protest gegen Geschäft

750 Berliner demonstrieren gegen "Thor Steinar"

750 Demonstranten wehren sich weiter gegen einen Laden in ihrer Nachbarschaft, der Mode der Marke „Thor Steinar" verkauft. Die Kleidung ist bei Neonazis besonders beliebt. Am Sonnabend demonstrierten erneut Anwohner gegen das Geschäft.

Demonstranten haben in Friedrichshain am Sonnabend erneut gegen den neuen „Thor Steinar“-Laden im Stadtteil protestiert. Das Geschäft für die bei Neonazis beliebte Kleidermarke „Thor Steinar“ ist seit seiner Eröffnung am vergangenen Sonnabend in der Kritik eines Bündnisses aus Antifa-Gruppen, Gewerbetreibenden und Anwohnern. Zu dem von diesem Bündnis initiierten Protestzug kamen nach Polizeiangaben etwa 750 Demonstranten. Zwischenfälle gab es nach Angaben einer Polizeisprecherin nicht, alles sei „ruhig und friedlich“ verlaufen.

Die Marke „Thor Steinar“ ist wegen des Verwendens umstrittener Symbole vor allem bei Neonazis beliebt. Auch gilt sie in der Szene als identitätsstiftendes Erkennungszeichen. Die Veranstalter bewerteten es am Samstag als Erfolg, dass das Geschäft früher als geplant schließen musste. „Bedauerlich“ sei es gewesen, dass die Demonstranten nicht nah genug an den Laden herangekommen seien, da es von der Polizei geschützt wurde, sagte ein Sprecher. Die Gegner des Ladens fordern nach seinen Worten vom Vermieter, dass er den Betreibern den Mietvertrag kündigt.

In Berlin hat es bereits mehrfach Proteste gegen Läden gegeben, die die Marke „Thor Steinar“ führen. Der Inhaber eines Kleidungsgeschäfts in Mitte wurde im Oktober 2008 dazu verurteilt, das Geschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße zu räumen. Der Laden wurde mehrfach Ziel von Farbanschlägen.