Sextäter unterwegs

Dreijährige missbraucht und mit Gonorrhöe infiziert

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Peter Oldenburger und Steffen Pletl

Ein schweres Sexualdelikt hat Mitarbeiter und Eltern an einer Spandauer Kindertagesstätte in heillose Aufregung versetzt. Der schreckliche Verdacht: Ein unbekannter Mann hat ein dreijähriges Mädchen Mitte Dezember 2008 auf einer Toilette der Kita missbraucht und mit einer ansteckenden Geschlechtskrankheit infiziert.

Das dreijährige Mädchen wurde möglicherweise Mitte Dezember 2008 auf einer Toilette der Kita unweit der Jungfernheide im Stadtteil Siemensstadt missbraucht. Besonders tragisch: Die ungeheuerliche Straftat hat außer den psychischen Folgen beim Kind gesundheitlichen Schaden angerichtet. Eine Untersuchung der dreijährigen Anna* kurz nach Weihnachten in einem Krankenhaus ergab, dass der Täter das Kind mit Erregern der ansteckenden Geschlechtskrankheit Gonorrhöe (Tripper) infiziert hat.

Die Polizei bestätigte entsprechende Ermittlungen der Kripo. „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch unklar, ob das Kind tatsächlich in der Kita missbraucht worden ist“, sagte Polizeisprecher Bernhard Schodrowski. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, eine heiße Spur fehlt bislang. Alle männlichen Mitarbeiter der Kita seien untersucht worden. Ein Verdacht ergab sich nicht. Auch weitere Männer, die etwa als Lieferanten oder Dienstleister seit drei Monaten in der Kita waren, seien überprüft worden. Die Betroffenen hätten sich freiwillig dazu bereit erklärt.

Die schockierten Eltern hat eine große Unsicherheit ergriffen. Wer am Montag sein Kleinkind in die Einrichtung an Jungfernheideweg brachte oder abholte, wollte sich zu dem Zwischenfall nicht äußern. Vor zwei Wochen waren 70 von ihnen bei einem kurzfristig einberufenen Elternabend über das Verbrechen informiert worden.

Der Geschäftsführer des Trägers Kindertagesstätten Nordwest, Detlev Nagi, bezeichnet den Vorgang als „Albtraum, der nie ganz auszuschließen ist. Der Vorfall hat große Sorgen und Emotionen ausgelöst. “ In Abstimmung mit den Eltern wurde umgehend die Zugangsregelung verschärft, um den Kindern größtmögliche Sicherheit zu bieten. Ein unbefugtes Betreten der Kita-Räume ist jetzt kaum mehr möglich. Hinter der ersten Tür in einem Vorraum muss zwischen 9.30 und 14 Uhr eine Klingel betätigt werden, bevor eine Erzieherin berechtigten Personen Einlass gewährt. Am Tor zum Garten wurde ein neues Hinweisschild angebracht, mit der Aufforderung, das Tor immer zweimal abzuschließen und ständig geschlossen zu halten. Zudem soll ein zusätzlicher Zaun installiert werden.

*Name geändert