Prozess

Bauunternehmer soll in Sicherungsverwahrung

Ein Berliner Bauunternehmer soll wegen mehrfachen Missbrauchs mehrere Jahre in Haft. Das beantragte die Staatsanwaltschaft – samt anschließender Sicherungsverwahrung.

Acht Jahre Haft hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Bauunternehmer beantragt, der zahlreiche Jungen längere Zeit sexuell missbraucht haben soll. Die Anklägerin forderte in ihrem Plädoyer vor dem Berliner Landgericht auch die Sicherungsverwahrung für den 49-Jährigen. Es sei erschreckend, dass dem Angeklagten jegliches Problembewusstsein für die Taten fehle. Nach Verbüßung der Strafe seien weitere Übergriffe auf Jungen zu befürchten.

Der Prozess wegen sexuellen Missbrauchs begann vor zwei Jahren. Die Anklage war zunächst von einer Serie von rund 700 sexuellen Übergriffen auf insgesamt 19 Jungen ausgegangen. Im Verlauf des Prozesses sind zahlreiche Vorwürfe eingestellt worden. Der Unternehmer soll sich das Vertrauen der Jungen durch Einladungen zum Essen und Freizeitvergnügen erschlichen haben. Zum Sex sei es in seiner Wohnung oder in seinen Fahrzeugen gekommen.

Der Unternehmer hatte die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs bestritten. Das Gericht solle endlich an den Jungen zweifeln und nicht an ihm, ergänzte der Angeklagte seine Aussagen am Ende der Beweisaufnahme. Die Verhandlung wurde unterbrochen, weil sich der im Rollstuhl in den Saal geschobene Mann wegen starker Kopfschmerzen nicht in der Lage sah, dem Prozess weiter zu folgen. Der 49-Jährige leidet an Gallensteinen und Herz-Kreislaufbeschwerden. Die eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit hatte das Verfahren verzögert. Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.