Stadtplanung

Spanier bauen neues Vier-Sterne-Hotel am Alex

An der Umgestaltung des Alexanderplatzes wird mit Hochdruck gearbeitet. Seit Jahren ist das Areal eine einzige Baustelle. Eine Investoren-Gruppe investiert jetzt auf dem Areal des ehemaligen DDR-Gesundheitsministeriums an der Grunerstraße 60 Millionen Euro.

Seit Jahren ist das gesamte Areal rund um den Alexanderplatz bedingt durch die städtebaulichen Vorgaben des Senats eine einzige Baustelle. Bis zur endgültigen Gestaltung müssen noch zahlreiche Projekte verwirklicht werden. Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) setzte gestern mit der Übergabe der Baugenehmigung für das Hotel Barcelona ein weiteres Mosaiksteinchen für das Gesamtvorhaben Alexanderplatz.

Direkt an der Grunerstraße 3–5/Rathausstraße wird die spanische Hotelkette Best Hotels ein Vier-Sterne-Haus errichten – auf dem Gelände des ehemaligen Gesundheitsministeriums der DDR. Nach Angaben des spanischen Best-Unternehmspräsidenten Josep Batella beträgt die Investitionssumme rund 60 Millionen Euro; Fertigstellung im Sommer 2011.

Für die spanische Hotelkette ist das Berliner Vorhaben das erste in Deutschland. Gemeinsam mit dem deutschen Projektentwickler Gold.Stein (Frankfurt/Main) wurden in Zusammenarbeit mit dem Berliner Senat und dem Bezirk Mitte die Weichen für den Bau des 19-geschossigen Hauses gestellt. „Besonders wegen der U-Bahn-Tunnel war die Verwirklichung des Hotelneubaus sehr schwierig“, sagtGold.Stein-Geschäftsführer Erhard Ellenberger.

U-Bahn-Tunnel erschwert Neubau

Die Planungen für das Hotel hatten sich tatsächlich immer wieder verzögert und dauerten knapp vier Jahre. Schwierigkeiten bereitete die notwendige Überbauung des Bahn-Tunnels der U2. Die Röhren der U-Bahn befinden sich teilweise nur eineinhalb Meter unter der Erdoberfläche. Zudem gab es kurzzeitige Irritationen in Hinblick auf die geplante U-Bahn-Kanzlerlinie im Bereich der Rathaus-/Grunerstraße. Allerdings gibt es diesbezüglich Entwarnung. Baustadtrat Ephraim Gothe: „Der Neubau hat keinen Einfluss auf die U-Bahn-Linien. Teilweise unterquert die U2 bereits jetzt das Areal. Ein weiterer Tunnel für die Kanzlerlinie tangiert den Neubau nicht.“

Nach den Plänen des Architekturbüros Schneider+Schumacher (sie bauten die rote Info-Box am Potsdamer Platz) soll das Hotel Barcelona zu einem weiteren Anziehungspunkt am Alex werden. Das Gebäude, bestehend aus einem Hochhaus und einem zur Grunerstraße gewandten neungeschossigen Gebäuderiegel, wird über 478 Gästezimmer (80 bis 100 Euro) inklusive Suiten verfügen. Dazu kommen verschiedene Meetingräume, ein kleiner Ballsaal (200 Personen), Bars und ein spanisches Restaurant. Besonderer Clou soll ein 15Meter langes Schwimmbad auf dem Dach des Anbaus werden. Das gläserne Bassin soll den Innenhof des Hotels teilweise als Dach abschließen und gleichzeitig als Lichthof dienen.

Für die Gebäudefront zur Grunerstraße haben sich die Architekten etwas Besonderes einfallen lassen: Eine offene, künstlerische Fassadenfront wird das Bauwerk auflockern. Erhard Ellenberger: „Aus der Not wurde eine Tugend gemacht. Die nötigen Stützträger des Hochhauses wurden entsprechend der Belastung künstlerisch gestaltet.“ Gleichzeitig konnte so Platz für eine Auffahrt zum Hoteleingang gewonnen werden.

Das große Foyer des Hotels Barcelona kann von beiden Seiten betreten werden. „Einen Haupteingang gibt es nicht. Das Haus ist repräsentativ vom Alex, als auch von der Grunerstraße aus zu betreten“, so Josep Batella.

Entschädigung der Wertheim-Erben

Bevor die eigentlichen Arbeiten für den Neubau beginnen, wird es bis zum Sommer 2009 dauern. Wegen der schwierigen Tunnelsituation starten zunächst Leitungsarbeiten. Die Abrissarbeiten des ehemaligen Gesundheitsministeriums wurden vor drei Wochen beendet.

Bevor die Gold.Stein-Gruppe mit der Vermarktung des Geländes beginnen konnte, waren noch bis zum vergangenen Jahr einige Hürden zu nehmen. So ging es lange um Entschädigungszahlungen an die Wertheim-Erben. Wie berichtet, gehörte das Areal süd-östlich des Bahnhofs Alexanderplatz und des Ex-DDR-Ministeriums zu Grundstücken der Wertheim-Familie. Hier konnte 2007 eine Einigung zwischen dem Bund und den Erben erzielt werden.

Mit dem Bau des neuen Hotels wird der Bereich rund um den Alexanderplatz zu einer wahren Bettenburg. Neben den bestehenden Häusern Park Inn (Alex) und Motel One (Rosa-Luxemburg-Straße) kommen in den nächsten Jahren weitere fünf Hotels mit insgesamt rund 2000 Betten aller Preisklassen hinzu.

Das 19-geschossige Hotel Barcelona mit Arkadengang an der Grunerstraße soll im Sommer 2011 fertig sein Animation: Best-Hotels