Nachdem das Restaurant „Gasteiner“ am selben Ort geschlossen hatte, zog an die Ecke zur Nassauischen Straße kürzlich das „Anh Ba“. Der Name bedeutet laut Auskunft des Kellners „jüngerer Bruder“. Das sei der, der zuhause kochen müsse, wenn der ältere Bruder arbeiten geht. Der Koch des vietnamesischen Lokals ist zwar nicht der jüngere Bruder, hat aber schon im „Chen Che“ in Mitte gekocht.
Dorthin gibt es eine weitere Verbindung, der Innenarchitekt des „Chen Che“ hat dem Team geholfen. Herausgekommen ist ein sehr gemütliches, liebevoll eingerichtetes Lokal mit viel Bambusverkleidungen, Papierlampen, Vollholzmöbeln und Steinguttöpfen, in denen Pflanzen wachsen. Rund um die Bar hängen alte Kochtöpfe. Sehr jung, freundlich und zuvorkommend ist der Service. Die Karte hält einige Bekannte der Asiaküche vor. Neben Frühlingsrollen gibt es die beliebten Sommerrollen, wie alle Gerichte des „Anh Ba“ immer auch in einer fleischlosen Variante mit Tofu, Soja oder Seitan.
Nicht alle Gerichte überzeugten beim Besuch zu viert, aber allein die Suppen sind ein Grund zum Wiederkommen. Gleich ob die kräftige, dickflüssige Wan Tan mit drei köstlichen, hausgemachten Teigtäschchen, 3,50 Euro die kleine Tasse, oder die große Schale Pho. Etwas verkocht und kaum gewürzt war das rote Curry mit Huhn, 6,50 Euro, sehr gut hingegen der gegrillte Seitan mit Reisnudeln, delikater, hausgemachter Fischsoße, vielen frischen Kräutern und Salat, acht Euro. Ambitioniert sind die Preise bei den zugegebenermaßen ausgesuchten Weinen. Aber bis zu 5,20 Euro für 0,1 l sind für ein Lokal dieser Essenspreisklasse recht sportlich. Preiswert hingegen ist das Mittagsangebot, Montag bis Freitag kosten alle Speisen sieben Euro.
Anh Ba, Gasteiner Straße 36, Wilmersdorf, Tel. 68 40 04 81, täglich 12-23 Uhr, über Facebook
fmr





