Seit 1957 besteht dieses Restaurant im Erdgeschoss eines Hochhauses, das anlässlich der Bauausstellung Interbau vor fast 60 Jahren fertiggestellt wurde. Im Sommer mit großem Biergarten, lockte das Lokal früher eine Mischung aus Künstlern der nahen Akademie der Künste und Anwohnern. Heute liegt der Schwerpunkt eher auf Nachbarn und Touristen.
Der große, durch Rundumverglasung sachlich wirkende Schankraum wurde nach der letzten Renovierung vor rund 15 Jahren in verschiedene Inseln unterteilt. Deren Ambiente reicht von plüschig-gemütlich bis zu funktional. Beim Besuch kümmerten sich drei Damen aus Osteuropa und zwei junge Kellner geradezu rührend um die Stammgäste. Aber auch Neugäste wurden herzlich umsorgt.
Die Karte hält knapp ein Dutzend Frühstücke vor, die bis 14 Uhr serviert werden. Mit der regulären Speisekarte geht es einmal rund um die Welt, von Hackepeter (9,20 Euro) zur thailändischen Tom Kha Gai-Suppe (5,20 Euro) bis zu Spareribs (9,90 Euro). Bei den Getränken sind die Weine des Rheingau-Weingutes Allendorf hervorzuheben, deren Rieslinge es von lieblich bis trocken gibt (ab zwei Euro für 0,1l).
Auf der Saisonkarte fand sich neben viel Wild und Ente eine Maronensuppe mit gebratener Geflügelleber. Ihre dampfende, dicke Konsistenz war genau das richtige für einen kalten Wintertag. Vom Preis von 6,90 Euro ging ein Euro an das Projekt „Suppe mit Sinn“ der Berliner Tafel. Eigentlich hätte die Suppe zum Sattmachen gereicht, aber das weiß man leider immer erst hinterher. So gab es noch ein Kämpfchen mit einem schön sauer angemachten Wurstsalat mit ausgezeichneten Bratkartoffeln und kross ausgelassenem Speck (8,20 Euro).
Giraffe Klopstockstraße 2, Tiergarten, Tel. 34 35 16 90, täglich 8–2, Küche bis 1 Uhr, www.giraffe-berlin.de
fmr





