Etwas versteckt liegt das „Le Bon Mori“ am südlichen Ende der Stresemannstraße. Durch eine unscheinbare Tür betritt man einen großen, lang gezogenen Schankraum, an den sich noch ein weiterer Raum anschließt. Lackierte Dielen, Stuck, hellgelbe Wände, Bänke und kleine Bistrotische bestimmen das Ambiente. Seinen Namen hat das französische Lokal von Besitzer Moritz Borowksi. Der wurde von einem Onkel als Kind und Jugendlicher Mori genannt, und der unterstützte den jungen Mann, als er sich für eine Laufbahn als Koch entschied. Nach Stationen im „Alten Zollhaus“, in Großbritannien und der Schweiz kehrte Borowski im Sommer zurück nach Berlin.

Die Küche hält Frankreich-Klassiker wie eine Bouillabaisse vor, Loup de Mer, Entrecôte, gebratene Blutwurst oder Creme Brûlée. Abends belaufen sich die Preise der Hauptgerichte um 20 Euro, 3-Gang-Menüs werden mit moderaten 36 Euro berechnet. Die Angestellten aus dem Willy-Brand-Haus gegenüber oder dem HAU-Theater um die Ecke werden mit preiswerten Quiches und Flammkuchen satt.

Montag bis Freitag bietet „Le Bon Mori“ drei Gerichte mit Suppe oder Salat für günstige elf Euro an. Dafür gab es eine sämige, gut abgeschmeckte Kürbis-Karottensuppe, serviert in einem Weckglas. Zum hochpreisigen Wein, 3,50 Euro für 0,1 l, gab es anstandslos eine Karaffe Leitungswasser. Der Hauptgang war ein punktgenau gebratenes Meeräschenfilet auf provenzialischem Linsengemüse. Als der Koch das aufgrund einer Unverträglichkeit nicht gegessene Paprikagemüse auf dem Teller sah, kam er aus der Küche und brachte eine kleine Probierportion Boeuf Bourgignon an den Tisch. Das war grandios, butterzartes Fleisch und eine kleine Bitterschokoladennote in der Soße. Chapeau!

Le Bon Mori Stresemannstraße 21, Kreuzberg, Tel. 25 29 12 46, Di.-Sbd. 11-24 Uhr, www.lebonmori.de