Jahrelang residierte hier eine Sushibar, die zuletzt mit einem geradezu unanständigem All-inklusive-Preis auf Kundenfang ging – und dennoch schließen musste. Nun setzt derselbe Besitzer mit den „Cao Cao“ auf einen Neuanfang mit vietnamesischer Küche. Innen erstrahlt das 80-Sitzplätze-Lokal in einem völlig neuen Look. Einfache, auf alt gemachte Holztische, kleine Accessoires wir eine stilisierte Karre, alte Behältnisse für die Lagerung von Flüssigkeiten und über allem ein Rohrgeflecht, dass an traditionelle Dächer von einfachen Bauernhäusern in Vietnam erinnert.
Die Karte ist verhältnismäßig klein gehalten und wird von einer sehr aufmerksamen, zuvorkommenden Kellnerin an den Tisch gebracht. Bei der Bestellung berät sie die Gäste in puncto Gesundheit und empfiehlt, nicht so viel zu ordern. „Unsere Portionen sind sehr groß“, sagte sie, und das sollte sich bald bewahrheiten. Eine Empfehlung für die kalte Jahreszeit ist der Tra Ca Chanh-Tee, heißer Limettensaft mit frischem Ingwer, Zitronengras, Minze und Honig. Ein gesundes, wohltuendes Getränk für 2,50 Euro das Glas.
Eine weitere Empfehlung sind die Suppen, die selbst als kleine Portion völlig ausreichend sind. Köstlich war die traditionelle Phô Ga, eine würzige Hühnersuppe mit Reisbandnudeln, dünnen Hühnerbrustscheiben, Koriander und Zwiebeln, abgeschmeckt mit Sternanis, Zimt und Ingwer, 6,50 Euro, die große Portion kostet zwei Euro mehr. Nicht ganz überzeugen konnten die Reistaschen mit Garnelenbällchen. Die musste man in dem matschigen Reismehlfladen erst mal suchen, 4,80 Euro. Da sah am Nebentisch das Tagesgericht Hühnerbrust mit Süßkartoffeln in Currysoße mit Reis und Salat für 7,50 Euro erheblich besser aus.
Cao Cao Marburgerstraße 2, Charlottenburg, Tel. 21 91 54 15, Mo.-Sbd. 11-23 Uhr, So. 13-23 Uhr, www.cao-cao.de





