Sibirien hat eine ziemlich warme Seite: Pelmeni, gefüllte Teigtaschen, wie man sie in Italien als Ravioli oder Tortellini kennt oder im Schwabenland als Maultaschen. Die Adresse schlechthin für die in Brühe oder Wasser gekochte Spezialität ist seit nunmehr elf Jahren die gleiche: die Grüne Lampe. Seit die einstige Kunstgeschichtsstudentin Julia Gutsch das Restaurant eröffnet hat, gibt es damit einen Platzhirschen in Sachen russischer Küche in Berlin.

Der Name erinnert an einen Künstler- und Intellektuellenclub im St. Petersburg der 20er-Jahre. An der Einrichtung hat sich nichts geändert, viel Grün, Gold, Beige und Braun. Das wirkt inzwischen ein wenig antiquiert. Schade auch, dass die roten Rosen auf den Tischen die Köpfe hängen lassen. Die Chefin ist im Laden, begrüßt viele Gäste auf Russisch und trägt ebenso wie ihre nette Servicekraft, Teller und Schüsseln mit an die Tische. Apropos Schüsseln: Darin werden die Pelmeni serviert. Und das in ordentlicher Portionierung. Die zwölf oder 20 Stück, gefüllt mit Geflügelfleisch, kosten acht beziehungsweise 12,50 Euro, die große Portion an Pilzsauce 13 Euro. Es ist ein äußerst bekömmliches und wärmendes Essen.

Die Küche ist traditionsreich. Auf der Karte entdeckt man auch Klassiker wie Soljanka, Borschtsch und Blinis sowie interessante Vorspeisen wie georgisches Lobio, Bohnen mit Walnuss-Koriander-Sauce und Knoblauch. Ein griechischer Salat muss nicht sein, passender ist der Rote Beete-Salat mit getrockneten Pflaumen. Oder der georgische Radieschensalat mit Hähnchen, der wie ein Salat mit Mayonnaise anmutet, aber durch sein joghurtartiges Dressing und eine schöne Dillnote ein Gericht für jede Jahreszeit ist.

Grüne Lampe Uhlandstr. 51, Wilmersdorf, Mo.–Fr. 12 bis ca. 22 Uhr, Sbd., So. feiertags 10 bis ca. 22 Uhr, Tel. 88 71 93 93, www.gruene-lampe.de

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