Österreichische Restaurants sind Orte der Gemütlichkeit, Wiener Schnitzel & Co., Soulfoud mit Tradition. Das ist auch im Wirtshaus unweit des Ludwigkirchplatzes so. Heimelig ohne Alpenkitsch, weiße Stoffservietten auf blanken Holztischen, ein großer Tresen, an dem auch noch einmal ein Teil der Speisekarte auf einer Tafel geschrieben steht. Bevor die Karte gereicht wird, gibt es schon einen kleiner Brotkorb mit einem Klecks schmackhaftem Kräuterquark.

Eine schöne Idee ist das „Probierens mal“: Kleinigkeiten (4,70–8,90 Euro) von Wurstsalat mit Käferbohnen über Kärntner Haussülze bis Kalbsrahmgulasch, die auf dem Holzbrett serviert werden. Allerdings muss es eine Auswahl von drei bis fünf Portionen sein, drunter geht nichts. Uns bleibt zum Auftakt eigentlich nur eine Suppe. Die Tafelspitzbrühe mit Frittaten überzeugt geschmacklich, auch wenn sie heißer sein könnte. Die Frittaten sind ordentlich portioniert, die Gemüsestreifen doch ein wenig zu viel des Guten.

Das gebackene Steirer Hend’l, das Wiener Schnitzel und der Tafelspitz passen mit 16,50 bis 22,50 Euro nicht ins Budget, also wird der Wiener Krautstrudel mit Sauerrahm-Dip und Salat gewählt, ein schönes Schmankerl. Allerdings scheint es, als sei der an sich nette Bediener etwas verwundert über unsere kleine Bestellung.

Erfreulich ist die Weinkarte mit modernen Österreichern und Norditalienern sowie Franzosen, die Flaschen in etwa zwischen 23 und 105 Euro. Lust aufs Wiederkommen macht ein Zettel auf dem Tisch, der nicht nur den sonntäglichen Brunch (19,50 Euro) ankündigt, sondern auch den „traditionellen Sonntagsbraten frisch aus dem Ofen“, bei dem sich der Preis nach dem jeweiligen Bratenstück richtet.

Wohlfahrt’s Wirtshaus Emser Str. 24, Wilmersdorf, Di.–Sbd. 17–23.30, So. 9–23.30 Uhr, Tel. 23 39 57 23, www.wohlfahrts.de

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