Eine Bergterrasse in Berlin? Doch, doch, gibt es. An der Marienhöhe nördlich der Arnulfstraße. In den 30er-Jahren wurden in der wilden Kiesabbaulandschaft Filme gedreht, nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Terrain ein 70 Meter hoher Trümmerberg errichtet. 1951 eröffnete Christiane Hilberts Vater dann die „Bergterrasse Marienhöhe“. Mittlerweile betreibt sie das Lokal seit vielen Jahren mit ihrem Partner.

Zu essen gibt es Klassiker der rustikalen Küche wie Leberknödelsuppe, Schweineschnitzel, kaltes Kassler mit Kartoffelsalat, Strammer Max, Schwarzwaldbecher und Rote Grütze. Preislich geht es sehr gemäßigt zu: Bei 9,50 Euro ist Schluss. Das 0,4-Liter-Glas Charlottenburger Pilsner vom Fass kostet 2,80 Euro. Die Leberknödelsuppe war einwandfrei, obwohl die Einlage aus dem Großmarkt stammt, wie die Wirtin gleich verriet. Die Suppe war kräftig gewürzt, serviert mit einer liebevoll getoasteten Scheibe Discounter-Weißbrot, 2,50 Euro. Beim Hauptgang hätte ich wie mein Tischnachbar Sülze mit Bratkartoffeln, sechs Euro, bestellen sollen. Der Mann sah beim Verzehr einfach glücklich aus. Aber die Wirtin hatte geworben, die Rinderroulade sei hausgemacht. War sie auch, und zart, wie sie sein muss. Aber Rotkraut und Salzkartoffeln waren leider ein Reinfall, 9,50 Euro. Also, beim nächsten Mal gibt es Sülze mit Bratkartoffeln.

Bergterrasse Marienhöhe Marienhöher Weg 30, Tempelhof, Tel. 753 28 39, Mo.-Do. ab 12, Sbd.+So. ab 11 Uhr, Fr. geschlossen. www.bergterrasse-marienhoehe.de

fmr