Die 191 mit Huhn, die 291 mit Ente, das ist China-Küche von gestern. Schwarze Morcheln mit Sardinen und Ingwer (8,50 Euro), getrocknete Lilienblüten, Wildkräuter, Olivenöl (7,50 Euro) oder Taschenkrebs Hongkong-Style, Lauchzwiebeln, getrocknete Chili (15 Euro), das ist China heute. Jedenfalls im Roy & Pris. Die Tür öffnet sich mit einem Druck aufs Leuchtknöpfchen. Man betritt ein klares Design-Refugium. Angeleuchtete Farbbänder an der Decke, eine punktuelle Beleuchtung der grauen Steintische, eine rote Ess-Bar an der offenen Küche.
Wassergläser, Stäbchen und kleine Schüsseln wurden bereits eingedeckt. Die Karte liest sich mit ihren ungewöhnlichen Kombinationen wie eine spannende Kurzgeschichte. Bei der Weinkarte findet man sich auf einer gut ausgesuchten Reise durch Deutschland und Frankreich wieder (Flaschen 26–130 Euro, auch halbe Flaschen 18–56 Euro), zudem gibt es auch noch Longdrinks.
Im Grunde ist es egal, was man bestellt. Keine Kombi hat man anderswo bereits gegessen. Wasserspinat, Olivenöl, Knoblauch, Ingwer (7,50 Euro) – bekannte Komponenten, doch der Mix macht neugierig. Ein hübsches Porzellanschälchen mit dekorativ angerichtetem Inhalt wird serviert. Ein paar rote Rettich-Scheiben auf dem knackigen Wassserspinat sorgen für Schärfe. Der Knoblauch hingegen ist zu präsent.
Neugierig macht auch „Mantou zum Selberbauen“ (zehn Euro). Dahinter verbirgt sich ein „China-Burger“. Mantou sind weiche, weiße, ein wenig zu süße, Dampfbrötchen, die in einem Bastkorb serviert werden. Dazu gibt es glasierte Schweinebauchstückchen, dunkle Sojasauce, Erdnüsse und gehobeltes Gemüse. Klebrige Finger sind programmiert, doch das ist es wert.
Roy & Pris Starkitchen Weinbergsweg 8A, Mitte, Tel. 0176/22 01 82 45, www.royandpris.de, tägl. ab 12 Uhr





