Nach der Wiedervereinigung kehrten viele vietnamesische Vertragsarbeiter in ihre Heimat zurück. Doch einige blieben. Einer von ihnen, Nguyen van Hien, kam auf die Idee, ein Handelscenter nach dem Vorbild des Dong Xuang Marktes, dem größten und ältesten seiner Art in Hanoi, zu eröffnen. Nur etwas kleiner. In den Lichtenberger Markthallen gibt es fast alles von Kleidung über Elektroartikel bis zum Asia-Supermarkt. Zudem Restaurants. Eines davon: das Viet Pho.
In einem großen Raum stehen lange Tischreihen, auf denen sich Besteck, Sojasauce, Chilisauce, eingelegter Knoblauch und Servietten befinden. Die umfangreiche Karte stimmt erst einmal bedenklich. Zuviel ist nicht immer gut. Doch im Bien Pho wird das widerlegt. Es gibt Bekanntes wie Kokosmilchsuppe, Glasnudelsalat, Eierreis und ein ordentliches, leider nur nicht ganz heiß serviertes Bami Goreng (6,50 Euro).
Die Spezialitäten sind etwas für Gruppen: gekochter Karpfen mit Sauerkohl, gedämpftes Ziegenfleisch, gebratener Schweinedarm, geschmorte Schnecken mit Bananen oder gegrillter Aal mit Zitronengras werden erst ab einer Bestellsumme von 20 Euro serviert. Bleiben wir beim Üblichen und entdecken dabei das Besondere: die Suppen. Sie wurden bereits beim vorigen Besuch ausprobiert, ebenso wie die wunderbaren, mit Ei, Schweinebauch, Garnelen, Salat und Reisfadennudeln gefüllten Sommerrollen (2 St./4 Euro).
Die Brühe der in einer großen Schüssel servierten Reisbandnudelsuppe mit gekochtem Rindfleisch (6 Euro) wurde lange geköchelt, so dass sie äußerst geschmacksintensiv ist. Die Einlage ist opulent, die Nudeln geschmeidig, das Fleisch zart und das Gemüse knackig. Diesmal wird eine kleine Blumensuppe (2,50 Euro), eine Art Eierstichsuppe, probiert. Auch sie ist schlicht gesagt köstlich und wie alle Gerichte preislich äußerst gästefreundlich.
Viet Pho Dong Xuan Center, Halle 2, Herzbergstr. 128–139, Lichtenberg, Tel.
91 42 35 17, vietpho.de, Mi.–Mo. 9–22 Uhr
Bewertung
Geschmack
Ambiente
Service
Pre is/Leistung
Gesamt
Höchstwertung:
bli





