Vom Alexanderplatz ist das „Bi Won“ nach längerer Pause im beschaulichen Friedenau wieder eröffnet worden. Seit Ende November wird nicht weit vom Walter-Schreiber-Platz traditionelle Süd-Korea-Küche angeboten. Verzauberter Garten sei die deutsche Übersetzung des Restaurantnamens, erklärte der sehr zurückhaltende Kellner. Ganz so sieht es allerdings nicht aus im „Bi Won“, eher wie ein minimalistisch im Korea-Stil eingerichtetes Lokal, das die Bauleitung noch nicht komplett abgenommen hat. Besonders warm war es auch nicht, dafür gab es keine Musikberieselung. Die einzigen vier Gäste in dem Schankraum stammten aus Asien, das war schon mal ein gutes Zeichen.
Das Angebot im „Bi Won“ beschränkt sich auf kleine Vorspeisen wie Mandu-Teigtaschen, 4,50 Euro für vier Stück, oder scharf eingelegten Kohl Kimchi, mit Tofu ebenfalls 4,50 Euro. Neben Tees und Nichtalkoholischem gibt es auch eine kleine Auswahl an deutschen Weinen, die sicher einen interessanten Wechsel zur scharfen Küche darstellen. Wir hielten uns an Tee und Wasser.
Die Mandu mit Hähnchenfleischfüllung waren kross gebraten und innen schön saftig. Zu dem Nationalgericht Bibimbap, gebratenes Rindfleisch – es gibt auch eine Variation mit Tintenfisch – mit Gemüse, Reis und Rührei im heißen Steinteller serviert, gab es noch extra Sojasprossen, Kimchi und eingelegte Gurken. Die schmeckten allesamt gut, waren jedoch auch im Hauptgericht vertreten und schienen dadurch etwas fehl am Platz.
Sehr cremig und mit fruchtiger Schärfe war die hausgemachte Soße, die mit zum besten gehört, was man zu Bibimbap in der Stadt bekommt. Für neun Euro insgesamt ein überzeugender Sattmacher. Nur schade, dass sich im „Bi Won“ keine „Zaubergarten“-Atmosphäre einstellte.
Bi Won Bundesallee 93, Friedenau, Tel. 81 48 61 17, Mo.-Sbd. 12-23 Uhr
fmr





