Es gibt Menschen, die bezeichnen den „Zwiebelfisch“ am Savignyplatz als Kneipe, andere als Philosophentreffpunkt, wieder andere als als Institution, Absturzschuppen oder Alt-68er-Stift. Wahrscheinlich ist der „Zwiebelfisch“ aber eher ein Zustand. Das Ambiente ist „Old School“: einheitliche Gasthausmöblierung, Holzpaneele, dazu Kleinkunstfotografie und Plakate in Petersburger Hängung. Das passt zum Publikum, das sich heute aus junger und alter Charlottenburger Bohème sowie Touristen zusammensetzt.
Auf jeden Fall ist der „Zwiebelfisch“ ein Faszinosum, schon deshalb, weil das Lokal 20 Stunden am Tag geöffnet ist. Zugesprochen wird hier überwiegend der sogenannten Flüssignahrung, sprich Bier und Wein. Erstere ist in 0,2 und 0,4 l-Portionen erhältlich. Vom Fass gibt es Schutheiss, Budweiser, Zion und Erdinger Hefe, zwischen 1,80 und 3,60 Euro. Die offenen Weine kommen überwiegend aus französischen, italienischen und deutschen Anbaugebieten ins Glas, 3,50 bis 4,50 Euro für 0,2 l.
Als Grundlage für den Trinkgenuss hält die Küche des „Zwiebelfisch“ einige kneipentypische Standards vor. Zu nennen sind Bouletten, drei Euro, und Wiener, drei Euro, gerne mit Kartoffelsalat, auch drei Euro. Und dann gibt es hier eine der besten Zwiebelsuppen der Stadt. Eine richtige kleine Terrine mit punktgenau gekochten Zwiebeln, abgeschmeckt mit viel Kräutern der Provence, dazu Weißbrotstückchen untergemischt, die eine gute Konsistenz mit der Brühe und den Zwiebeln bilden, und gratiniert mit einer hauseigenen Käsemischung. 6,50 Euro kostet die satt machende Portion. Daneben werden Tagesgerichte angeboten, wie eine große Portion Matjes Hausfrauenart, 9,50 Euro, mit Salzkartoffeln, Sahne-Apfel-Soße und Zwiebeln. Fazit: eindeutig ein Ort nicht nur zum Trinken.
Zwiebelfisch Savignyplatz 7-8, Charlottenburg, Tel. 312 73 63, täglich 12-6 Uhr, www.zwiebelfisch.de, nur Bargeld
fmr





