Nach Darstellung des Berliner Mauermuseums ist die Zahl der Todesopfer der DDR-Diktatur weitaus höher als bislang angenommen.

Nach eigenen Recherchen komme man bislang auf insgesamt 1720 Todesopfer, teilte das Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie am Sonnabend in Berlin mit.

Dazu zählen neben den Toten an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze unter anderem auch DDR-Bürger, die über Polen, Ungarn oder Rumänien flüchten wollten sowie Opfer der Berliner Luftbrücke, die von 1948 bis 1949 ging.

„Ausmaß des Unheils noch nicht umfassend dokumentiert“

2013 war das Mauermuseum nach eigenen Recherchen noch von insgesamt 1684 Todesopfern ausgegangen. Am 13. August 1989 war eine Opferzahl von 191 bekanntgegeben worden. „Das gesamte Ausmaß des Unheils das Kommunismus und Sozialismus über Deutschland gebracht haben, ist immer noch nicht umfassend dokumentiert“ erklärte Alexandra Hildebrandt, geschäftsführende Vorsitzende und Direktorin des Mauermuseums.

Auch die aktuelle Liste der Opferzahlen sei ein Arbeitsdokument und die Recherchen noch nicht abgeschlossen, hieß es. In der neuen Erhebung seien besonders Vorfälle an den Grenzübergangsstellen zwischen Ost und West untersucht worden. Dort habe es zahlreiche Todesopfer gegeben.

Bei den DDR-Grenzkontrollen sollen etwa zumeist ältere Menschen, die auf brutalste Art und Weise durchsucht wurden, einen Herzinfarkt erlitten haben und gestorben sein.

epd/bee