Mufin

Musik von unterwegs direkt auf Facebook teilen

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Jürgen Stüber

Foto: Yuri Arcurs / picture alliance

Der Berliner Softwareentwickler Mufin und das Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz entwickeln eine App, die das Teilen von Live-Musik in Netzwerke wie Facebook und Twitter erlaubt.

Der Berliner Softwareentwickler Mufin und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickeln gemeinsam eine Smartphone-App, mit der Nutzer ihre Musikeindrücke während eines Clubbesuchs festhalten, kategorisieren und anschließend mit Freunden über soziale Netzwerke teilen können. Die App soll ganz ohne Tastatur- oder Touchscreen-Eingabe auskommen.

Dabei startet der Nutzer die Voice2Social-App (V2S) und drückt den Aufnahmeknopf. Nun nimmt das Smartphone einen Zehn-Sekunden-Ausschnitt der gespielten Musik auf. Die Technologie des Berliner Software-Entwicklers erkennt innerhalb weniger Sekunden den Track. Der Anwender kann anschließend Kategorien (Soundeigenschaften) hinzufügen, sich mit dem V2S-Webservice verbinden und seine Nachricht in den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter teilen.

Der Anwender hat damit die Möglichkeit, seine Eindrücke und Musikfavoriten über den Clubbesuch hinaus zu konservieren und in Kombination mit den Geodaten des Clubs ortsabhängigen Playlists oder Ausgehtipps mit authentischen Prelistenings der Clubatmosphäre anzulegen, wie Stephan Baumann, Chef des Kompetenz-Centers für Computational Culture beim DFKI, erklärt. Plattenfirmen und Produzenten können durch die App weitere Einnahmequellen generieren, indem sie die Originaltracks aus der App heraus zum Herunterladen anbieten.

Neue Wege der Interaktion entdecken

Seit dem Jahr 2006 beschäftigt sich das DFKI mit Interaktionstechnologien zur Nutzung sozialer Medien. Ein Bestandteil des Forschungsprojektes Voice2Social ist die Entwicklung der App, die es erlaubt, mittels der integrierten mufin Musikerkennungstechnologie Zusatzinfos zur gespielten Musik sowie den direkten Kaufzugang zum Originaltitel noch während des Clubbesuches zu erhalten.

Darüber hinaus werden in dem Projekt Voice2Microblogging-Anwendungen entwickelt, die gesprochene Nachrichten in Twitter-Kurznachrichten verwandeln. Auch an Voice-Tagging von markanten Orten arbeiten die Forscher. Dabei können mit Geo-Tags versehene Audio-Daten in sozialen Netzwerken verbreitet werden.

Smartphone-Tastatur wird überflüssig

Erste Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sind positiv: Nutzer könnten sich durch die intuitive Handhabung der Musikerkennungs-App schnell und bequem über Audioeindrücke informieren und austauschen. Nun ist das Ziel, die Anwendung in ein Produkt zu überführen und auch Dritten den Zugang zu den Musik- und Clubkollektionen zu ermöglichen.

Mufin-Entwicklungschef Lars Farbig erläutert: „Die mufinaudioID-Technologie soll Menschen helfen, sich auch in mobilen Situationen mit musikalischen Eindrücken tiefgehend zu beschäftigen und sich tastaturlos in sozialen Netzwerken mitzuteilen. So können wir ihre Lebenswelt einfacher gestalten sowie die User Experience verbessern.“

Investitionsbank Berlin fördert Projekt

Das Projekt Voice2Social wird durch die Investitionsbank Berlin gefördert sowie von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Außer mit Mufin arbeitet das DFKI unter anderem mit dem Berliner Audiostreaming Anbieter aupeo zusammen.

Mufin entwickelt Technologien zur automatischen Identifikation von Audiosignalen sowie zur Musikempfehlung. Die Produkte werden als Whitelabel-Softwarelösung für Geschäftsanwendungen (Business-to-Business) lizenziert. Seit dem Jahr 2011 bietet Mufin spezialisierte Lösungen für die Bereiche Second Screen und interaktive Werbung an. Mithilfe der Audio-Erkennungstechnologie können sich Tablet- oder Smartphone-Apps in Echtzeit mit dem laufenden TV-Programm synchronisieren oder Werbeclips erkennen.

Auch kleinere Berliner Start-ups arbeiten an der Verknüpfung zwischen sozialen Netzen und Audio- oder Videoinhalten mittels künstlicher Intelligenz – Capsule.FM und Capsuling.me beispielsweise.